Menziken
Waag-Verkäufer wurde von den Menzikern überrascht

Am letzten Wochenende haben die Menziker Stimmbürger abgestimmt und entschieden, dass die Gemeinde die Waag-Liegenschaft im Dorfzentrum nicht kaufen kann. Der Verkäufer der Liegenschaft ist vom Entscheid überrascht, respektiert diesen aber.

Peter Siegrist
Drucken
Die Waag in Menziken

Die Waag in Menziken

Peter Siegrist

Mit 654 Nein gegenüber 494 Ja fiel der Entscheid gegen den Waag-Kauf deutlich aus. «Für uns ist der Waag-Kauf erledigt, das Resultat ist klar und wir respektieren das», sagte Annette Heuberger, Gemeindeammann von Menziken, am letzten Sonntag.

Verkäufer hatte besseres Angebot

Marcus Elliker, der Verkäufer der Liegenschaft, ist überrascht vom Entscheid des Souveräns, auch wenn er diesen respektiert. Elliker hatte der Gemeinde die Liegenschaft für 1,39 Mio. Franken angeboten, «obwohl ich bereits ein Angebot von einem Interessenten aus einem andern Kulturkreis für 2 Millionen auf dem Tisch hatte».

Es sei sein Wunsch gewesen, dass die Liegenschaft, wenn er sie verkaufe, in den Besitz der Gemeinde übergehe, um dem Ansehen der Gemeinde nützlich zu sein. Elliker hat sich für den tieferen Preis als Gegengeschäft das Kaufrecht an zwei Landparzellen in der Dägelmatt für 1,84 Millionen ausgehandelt.

Andere Interessen im Spiel

«Ich bin über den Entscheid sehr erstaunt», sagt Elliker. Er habe von auswärts den Eindruck gewonnen, dass mit dem Referendum im Hintergrund Leute an den Fäden zogen, die nicht primär das Sachgeschäft im Fokus gehabt hatten. Sowohl Eigeninteressen von Dägelmatt-Anwohnern hätten eine Rolle gespielt als auch Machtinteressen von ehemaligen Gemeindepolitikern, die ja Unterschriften sammelten oder sich in Leserbriefen öffentlich gegen dieses Geschäft ihrer Nachfolgern im Gemeinderat äusserten. «Es ging mehr um Macht als um die Sache.» Elliker sagt, er werde nach einer Nachanalyse mit der Gemeinde mit anderen Interessenten verhandeln. Er zweifle nicht, dass er bei Bedarf die Waag einem solventen Käufer zum stimmigen Preis veräussern werde.

Aktuelle Nachrichten