Reinach

Vorhang auf für eine Bilderreise in den Osten

Der Kunstmaler Kurt Hediger

Der Kunstmaler Kurt Hediger

Der Kunstmaler Kurt Hediger zeigt in der Galerie Schlössli Bilder aus dem Osten und Kopien bekannter Maler.

Kurt Hediger ist fasziniert von Prag. Insbesondere, als sich das Land in den 60er-Jahren öffnete und sich ein Stück weit vom Kommunismus befreite. «Die Leute waren fröhlich, sassen in den Biergärten», erinnert sich der Kunstmaler aus Reinach. Just in jener bedeutungsvollen Zeit, zwischen 1963 und 1969, reiste er durch den Osten. Mit einem alten Auto, «ohne kam man nirgendwo hin.»

Der damaligen Fröhlichkeit der Stadt Prag begegnen Kunstinteressierte ab Sonntag in der Galerie Schlössli Gontenschwil. Immer wieder zog es Kurt Hediger zur Karlsbrücke, wo er die Stimmungen in einer intensiven Farbenvielfalt einfing.

Doch mit dem Einzug der Russen in Prag 1968 verdüsterte sich die Farbpalette des Künstlers. Dumpf, zu, sei die Stimmung gewesen in der Stadt, so Hediger. Als hätte man jemanden auf den Kopf geschlagen, und dieser sei nicht mehr aufgestanden.

Eindrücklich gab er den Tod des jungen Studenten Jan Palach wieder, der sich aus Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings auf dem Wenzelsplatz verbrannte.

Die Bilder berühren, bedrücken, und die unzählig angedeuteten Kerzen auf seinen Bildern zeigen, wie Hediger den jungen Studenten ehrt: «Geopfert für einen Unsinn.»

Nur einen Katzensprung von Wien ist Bratislava entfernt, und dort ging der Künstler während seiner Reisen gerne hin. In seinen freundlichen, in Blau, Rosa und Ocker gehaltenen Bildern scheinen sich die Bewohner geradezu zu spiegeln. «Die Leute sagten nicht viel, aber ihre Leichtigkeit war spürbar», so Hediger.

Grosse Künstler kopiert

In der Galerie Schlössli hängen auch Kopien aus dem Kunsthistorischen Museum Wien. Viele Monate sass Hediger in den Museumsräumen und zeichnete Werke grosser Künstler ab: Brueghel, Vermeer, Rembrandt, Velazquez.

Für ihn sei der gebürtige Holländer Jan Vermeer ein aussergewöhnlicher Maler gewesen, erzählt Hediger. Einen Ehrenplatz hat das Bild «Maler im Atelier» in der Galerie Schlössli erhalten. «Es ist voller Details, nichts hat Vermeer weggelassen.» Nicht einmal die Maske, die, so vermutet Hediger, ein Selbstbildnis des Malers sein soll. Denn auf keinem Vermeer-Bild sei das Gesicht des Künstler zu sehen.

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