«Unerwarteterweise gehörte der Roman Zaïda von Anne Cuneo zu den am meisten ausgeliehenen Büchern im vergangenen Jahr», sagt Brigitte Schwendener, Leiterin der regionalen Bibliothek Unterkulm. Gefragt waren aber auch «Tauben fliegen auf» von Melinda Nadj Abonji, die letztes Jahr den Deutschen und den Schweizer Buchpreis erhalten hatte, sowie die Romane von Martin Suter.

Für Sachfragen das Internet

Rund 1400 Medien waren 2010 neu angeschafft worden. Der Bestand wuchs somit auf insgesamt über 11400 Bücher, Zeitschriften oder auch Kassetten und DVDs an. Trotz grösserem Bestand haben aber die Zahlen der Ausleihe leicht abgenommen. Schwendener begründet dies einerseits mit schwankenden Schülerzahlen – die Bibliothek ist der Kreisschule Mittleres Wynental angeschlossen –, andererseits gehe die Ausleihe von Sachbüchern stark zurück. «Vor allem Jugendliche», sagt sie, «holen sich die Informationen zunehmend aus dem Internet.» Weniger begehrt seien auch CD-ROMs. «Vermutlich», so Schwendener, «weil vermehrt Spiele auf MP3-Playern oder direkt am Computer über Internet gespielt werden.» Zugenommen hat die Ausleihe von Belletristik für Erwachsene und von Zeitschriften, was sich in den Neuanschaffungen widerspiegelt.

Kiste voller Neuerscheinungen

Die ersten, die in den Genuss von neuen Büchern kommen, sind auch jene Bibliotheksbenutzerinnen und -benutzer, die dabei waren, als die Wynabuchhandlung Reinach mit einer Kiste voll Neuerscheinungen anreiste und diese in der Bibliothek Unterkulm vorstellte. Die Interessierten konnten in Krimis, Romanen und Biografien schmökern und sich diese gleich in der Bibliothek für eine spätere Ausleihe reservieren lassen.

Zwar wird die Bibliothek von den Vertragsgemeinden Unterkulm, Oberkulm und Teufenthal finanziell unterstützt, hinzu kommen auch Mitgliederbeiträge und Spenden. Bei der Anschaffung neuer Medien sind dem Bibliothekspersonal aber doch Grenzen gesetzt. Mobile Literatur wie Handyromane und Handyhaikus etwa wird sich die Bibliothek Unterkulm vorläufig nicht anschaffen können. «Weil man von Anfang an gleich über einen grösseren Stock an Handyliteratur verfügen müsste, fehlen uns dafür zur Zeit die Mittel», sagt Schwendener. Mobile Literatur war neben anderen Themen Inhalt eines Referats am Aargauer Bibliothekstag in Muri, an welchem sich das Bibliotheksteam im vergangenen Jahr weiterbildete.