Andrea Kaspar, 32, heute Personalfachfrau, hat als 12-Jährige mit Orientierungslaufen angefangen und ist aktive Läuferin. Ihre OK-Kollegin Rahel Gantenbein, 35, von Beruf Biomedizinische Analytikerin, ist Quereinsteigerin. Sie ist erst als Erwachsene zur OL-Läuferin geworden und präsidiert heute die OLG-Rymenzburg.

Beide Läuferinnen sind auch Organisatorinnen. OL sei eine coole Sache, finden sie. «Und einen so grossen Fisch wie die SOM 2013 an Land zu ziehen, das reizte uns.»

Staffellauf in 3-er Teams

Am 30. Juni werden in Gontenschwil rund 1200 OL-Läuferinnen und -Läufer erwartet. «Unser Stadion ist der Wald», steht auf der Website der OLG-Rymenzburg. Und genau so sei es an den Meisterschaften, erklärt Rahel Gantenbein. «Das Wettkampfzentrum wird im Freien, zwischen Bohler und Geisshof, errichtet. Hier wird die nötige Infrastruktur aufgebaut.

Die eigentlichen Wettkämpfe finden im Stierenbergwald statt. Hier werden die Läufer die verschiedenen Posten ansteuern. Für ansprechende Höhenunterschiede garantiert das gewählte Gelände.
Ein Staffelwettkampf ist auch für Zuschauer interessant. Start, Übergaberaum und Ziel sind am gleichen Ort. Mit einem Massenstart werden die ersten Start-Läufer auf die Bahn geschickt. Die Teilnehmer der Kategorie Elite laufen rund 25 Posten an und legen dabei etwa 10 Kilometer zurück. Dann erfolgt die Übergabe an den zweiten Läufer und nachher an den Schlussläufer.
«Nicht alle Läufer der gleichen Kategorie haben eine identische Bahn», sagt Gantenbein. Eine ausgeklügelte Bahnplanung garantiere, dass alle Teams letztlich die genau gleichen Anforderungen erfüllen müssten.

Jede Kategorie hat ihre Bahn

Die Bahnen für die verschiedenen Kategorien werden von besonders ausgebildeten Spezialisten gelegt. Ebenfalls aus den eigenen Reihen stammen die Fachleute, welche die OL-Karte Stierenberg nachgeführt haben. «Leute, die fast jeden Baumstrunk im Revier kennen», lacht Kaspar. Bei Schweizermeisterschaften werden die Bahnvorschläge jeweils vom Verband geprüft und bewilligt.
Gestartet wird jeweils in nach Frauen und Männern getrennten Kategorien: Elite, dann Jugend 10, 12, 14, 18 Jahre und Senioren ab 35. Bei den Senioren heissen die Kategorien 110, 135, 165, 180. Bei 180 beispielsweise muss das Alter der drei Läufer addiert mindestens 180 ergeben.

Die OK-Präsidentinnen haben sich ihre Arbeit aufgeteilt. Andrea Kaspar ist für alles Administrative und das Sponsoring zuständig. Rahel Gantenbein bemüht sich um alles Wettkampftechnische. «Wir können uns zum Glück auf ein grosses und eingespieltes Team verlassen», sagt Kaspar.

Erfreulich seien auch die Kontakte mit der Gemeinde Gontenschwil, mit den Landwirten sowie Jagd und Forst. Man habe die nötigen Absprachen zum Schutz der Wildtiere und des Kulturlandes rasch treffen können. «Wir sind auf Verständnis gestossen, und wir halten uns selbstverständlich an gewisse Einschränkungen.»
«OL-Sport ist eine Familienszene», sind sich die Präsidentinnen einig. «So wie wir an Anlässen profitiert haben, geben wir jetzt etwas zurück, und das mit Herzblut.»