Wenn Kurt Hediger, im November 86 geworden, in seiner Heimat ausstellt, kann er auf eine grosse Fangemeinde zählen. Zumal der Künstler es versteht, Örtlichkeiten und Ausblicke aus der Region farblich ausdrucksstark ins Bild zu setzen: Pfaffenberg, Gontenschwil, Menziken, Hallwilersee, Beinwil, Baldeggersee. Legendär ist das «Hedigerblau» der Wälder kurz vor dem Eindunkeln.

Neben Landschaften, häufig im Winter gemalt, zeigt die Ausstellung auch zahlreiche Stillleben. «Zum Anbeissen, die Äpfel», meint ein Ausstellungsbesucher, «nicht pingelig genau, aber stimmig.» 30 Prozent des Verkaufserlöses spendet Kurt Hediger an die Stiftung Schürmatt, die 530 Menschen mit Beeinträchtigungen betreut und fördert. Direktor Werner Sprenger baut an der Vernissage die Brücke zwischen der Institution und Hedigers Werk: Qualität ist beiden wichtig.

Göttibub Severin Lüscher

Severin Lüscher aus Schöftland spricht an der Vernissage. Er ist «in kumulativ-chronologischer Reihenfolge» Hedigers Göttibub, Vater von Jonathan, der in der Schürmatt wohnt und arbeitet, Hausarzt in Schöftland und Grossrat «des grünen Bezirks Kulm».

Er erinnert an Situationen, in denen er seinen Götti erlebt hat, so an eine Schwarzweiss-Fotografie aus den Ferien beim Götti am Sonnenberg, die Gerüche nach Terpentin und Ölfarbe, aber auch nach Risotto ai funghi. Und der Musiker an einer Vernissage, der Cellist Alfred Zürcher, habe Severin Lüscher dazu bewogen, Cello zu lernen.

Lüscher hat seinen Götti aber auch als Zeichenlehrer an der Bezirksschule kennen gelernt, wenn er im Kindergartenalter gesehen hat, wie Kurt Hediger die Schüler erst in den Mittag entliess, wenn die Pinsel gereinigt und alle Geräte an ihrem Platz versorgt waren. Und im Militärdienst im Tessin konnte sich der Sanitäts-Motorfahrer Lüscher bei seinem Götti in Magadino «verschlaufen».

Kurt Hediger hat auch die Studienzeit seines Göttibuben beeinflusst. Ein Buch über Südamerika und seine Bilder aus Peru führten den medizinischen Praktikanten in Spitäler in Mexiko und Peru. Und später leitete er in Afrika ein Buschspital. Kurt Hediger malte – auch das zeigt die aktuelle Ausstellung – nicht nur im Wynental. Zu sehen sind auch Werke aus Frankreich, Tschechien, Peru. Und aus Magadino.

39 Bilder zeigt Kurt Hediger in der Schürmatt. Das älteste hat er vor 50 Jahren in Prag gemalt. Die jüngsten stammen aus dem letzten Jahr. Der Künstler ist nicht mehr so mobil. «Ich habe mir zwei Zimmer eingerichtet, aus denen ich gut zum Fenster hinaussehen kann, die Landschaft, den Stierenberg», sagt er.

Geöffnet ist die Ausstellung in der Stiftung Schürmatt bis Ende Juni, und zwar werktags von 8 bis 17 Uhr.