Muhen

Vom Trampelpfad zum Panoramaweg: Das zweite Leben des Ortsbürgerwegs

Der Müheler Ortsbürgerweg führt heute oberhalb der Gibel-Bebauungen durch.

Der Müheler Ortsbürgerweg führt heute oberhalb der Gibel-Bebauungen durch.

Nach seiner Wiederinstandstellung wird der Weg am Müheler Gibel heute Abend eingeweiht. Erstellt wurde der Weg, um hoch über Muhen zu spazieren und um die Trennlinie zwischen zwei Grundstücken sichtbar zu machen.

Wer vor 100 Jahren den Ortsbürgerweg am Gibelhang beschritt, blickte über grüne Hügel aufs Tal. Wer heute Abend an der Begehung zur Einweihung des neugemachten Weges teilnimmt, muss den Hals auf gewissen Abschnitten ziemlich strecken, um zwischen den Neubauten ins Tal zu sehen. Die eifrige Bautätigkeit am Gibel dürfte den Spaziergänger jedoch in ebensolches Staunen versetzen wie anno dazumal der Blick in die karg bebaute Weite.

Ortsbürgerweg hat er schon immer geheissen. Praktisch der ganze Hang gehörte den Ortsbürgern. Erstellt wurde der Weg aber nicht (nur), um hoch über Muhen zu spazieren, sondern um die Trennlinie zwischen zwei Grundstücken sichtbar zu machen. «1872 beschloss die Ortsbürgergemeinde, einen Teil des Gibelwaldes zu roden und die gerodete Fläche in zwei Grundstücke zu teilen», erklärt Vizeammann Gertrud Jost (SVP), die zuständig ist für die Ortsbürgergemeinde. Zur Trennung der Parzellen wurde der Weg angelegt. Aus der einen Parzelle machten die damaligen Ortsbürger einen Rebberg.

Ortsbürger finanzierten die Wiederinstandstellung

Heute Abend wird Dorfchroniker Kurt Rey den Wegbegehern noch mehr über die geschichtlichen Hintergründe des Ortsbürgerwegs erzählen. Womöglich auch darüber, weshalb er plötzlich vernachlässigt und mit der Zeit unbegehbar wurde. Heinz Hess, Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins informiert über den biologischen Wert des Hangs. Forstwart Willi König wird über das neueste Stück Weg-Geschichte referieren. Darüber, wie der Forstbetrieb im Sommer aus einem Trampelpfad, zu dem er verkommen war, wieder einen Weg machte.

«Ein erkennbarer Pfad ist nur noch dasjenige Stück gewesen, das durch den Wald führt», sagt Gertrud Jost. Sobald man aus dem Wald herausgekommen sei, hörte der Weg auf. Er sei verlandet gewesen. «Dieses Jahr haben die Ortsbürger in ihrem Blättli Muhens den Slogan ‹zom Läbe eifach schön› aufgenommen», sagt Gertrud Jost. So habe man auch zeigen wollen, dass Muhen «eifach schön» sei. Die Ortsbürgerkommission gab dem Forstbetrieb in der Folge den Auftrag zur Wiederherstellung. Zusammen schufen sie einen Panoramaweg.

Finanziert wurde die Wiederinstandstellung von den Ortsbürgern. Der Betrag ist im Budget eingestellt.

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