Walde
Vom Aussendienstler zum Quereinsteiger in Badehosen

Der neue Bademeister Martin Wyss will die Badi zum beliebten Treffpunkt machen. Es ist sein erster Job als Bademeister – vorher war er im Aussendienst tätig.

Janine Gloor
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Er lacht trotz kalten Füssen: Der neue Badmeister Martin Wyss im 14 Grad warmen Wasser. JGL

Er lacht trotz kalten Füssen: Der neue Badmeister Martin Wyss im 14 Grad warmen Wasser. JGL

Janine Gloor

Gemächlich zieht der Putzroboter seine Bahnen im einladend hellblauen Becken der Badi Walde. Noch ist das Wasser erst 14 Grad warm, doch der Badieröffnung vom Samstag steht nichts mehr im Weg. Für Martin Wyss ist es nicht nur die erste Saison als Badmeister in Walde, sondern seine erste Saison überhaupt. Neun Jahre hat er im Aussendienst für eine Sportmarke gearbeitet, bis ihn plötzlich die Lust nach etwas Neuem packte.

Restaurantpächter und Badmeister

Durch ein Inserat wurde er auf das Restaurant der Badi aufmerksam, wo nach einem neuen Pächter gesucht wurde. Auch in diesem Bereich hat Wyss keine Erfahrung. Doch die Idee, den Sommer in einem kleinen Badirestaurant auf dem Land zu verbringen, gefiel ihm. Wie sich herausstellte, suchte der Schwimmbadverein, der die Badi betreibt, nicht nur einen Restaurantpächter, sondern auch einen Badmeister. Wyss sagte zu, den nötigen Kurs für das Rettungsschwimmerbrevet schloss er erfolgreich ab. Die Zusammenarbeit mit den anderen zukünftigen Badmeistern hat Wyss sehr gefallen und ihn bestärkt, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte. «Es waren alles grundehrliche, gute Typen.» Der Zusammenhalt und die Kollegialität hätten ihn beeindruckt. Im Gegensatz zu seinem früheren Job, wo schon mal ein Quäntchen Missgunst zu spüren war, wie Wyss durchscheinen lässt. Jetzt, einen Tag vor der Eröffnung, ist der frischgebackene Badmeister voller Elan und freut sich auf die Saison. Noch sind alle Tätigkeiten neu, sei es das Ausrechnen des pH-Werts für das Becken oder Bedienen der Filter. «Heute Morgen wurde die Salzsäure angeliefert, da war ich recht nervös.»

Wyss ist nicht aus der Region, sein Berndeutsch verrät ihn. Heute wohnt er in Bettwil, der Anfahrtsweg macht ihm nichts aus. Genauso wie die langen Präsenzzeiten; bis Ende August wird er bei schönem Wetter jeden Tag im Einsatz sein. Es werden auch Gäste kommen, die gar nicht baden wollen. «Im Sommer ist das Badirestaurant ein Treffpunkt im Dorf», weiss Wyss. Morgens werden auf der Terrasse Kafi und Gipfeli serviert und der Badmeister wird hoffentlich auch hin und wieder ein Schwätzchen halten können. «Ich will den Badibesuchern ein guter Gastgeber sein», sagt Wyss nachdrücklich. Weil er seine Augen nicht überall haben kann, erhält er im Restaurant Unterstützung von zwei Helferinnen.

Momentan bietet das Restaurant alles an, was man von einer Badi erwartet: Pommes frites, Hamburger und Hotdogs. Am Kiosk können die Kinder (oder deren Eltern) nach Herzenslust Schleckzeug kaufen. Wyss hat sich entschieden, das Angebot und die Preise nach dem Vorbild vergangener Zeiten anzusetzen. Die Leckerbissen können einzeln ausgewählt werden, ein Schaumpilzli gibt es bereits für fünf Rappen. Wyss würde die Speisekarte des Restaurants gern erweitern, vielleicht am Wochenende noch ein Menu anbieten. Doch zuerst muss sich der Betrieb einpendeln und das Wasser noch ein bisschen aufwärmen.

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