Reitnau
Volontärin Kaja Hochuli: «Ich lernte, was Akzeptanz wirklich ist»

Kaja Hochuli leistete einen zweimonatigen Hilfseinsatz in Kenia. Durch eine Spendensammlung unterstützte die Tochter der Regierungsrätin Susanne Hochuli den Aufbau einer Schule für sozial Schwache.

Nina Amann
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Kaja Hochuli sammelte Spenden, um Great Visions zu unterstützen.ZVG

Kaja Hochuli sammelte Spenden, um Great Visions zu unterstützen.ZVG

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Kaja Hochuli, welches waren Ihre persönlichen Beweggründe, einen Sozialeinsatz zu machen?

Kaja Hochuli: Ich wollte mehr von der Welt sehen, also kombinierte ich eine Reise mit einem Hilfseinsatz, was billiger und gleichzeitig sinnvoller ist. Das Wohl der Menschen interessiert mich aber auf jeden Fall und ich bin dankbar für die Gelegenheit, die sich mir zum Helfen eröffnet hat.

Welches waren Ihre Hilfseinsätze?

Hauptsächlich unterstütze ich Great Visions, eine Organisation und Schule, welche Kindern aus armen Familien Bildung und Unterstützung offeriert. Nebenbei unterrichtete ich an einer Schule Präventionsmassnahmen gegen HIV und Aids.

Warum zog es Sie gerade nach Afrika oder genauer nach Kenia?

Ich mag es, in fremde Länder zu reisen, aber ich tendiere dazu, trotzdem etwas Vertrautes auszuwählen. Vor ungefähr zehn Jahren war ich mit meinen Eltern in Kenia und hatte deshalb schon eine gewisse Verbindung dazu.

Wie schwierig war es für Sie, als weisse junge Frau nach Kenia zu gehen?

Man wird angestarrt und nicht sehr ernst genommen. Die Menschen, mit denen ich in engerem Kontakt stand, haben mir aber enorme Wertschätzung und Freundschaft entgegengebracht. Ich akzeptierte die Oberflächlichkeit vieler und schätzte die seriösen Beziehungen zu wenigen umso mehr.

Welches war die wertvollste Erfahrung während Ihres Einsatzes?

Ich lernte, was Akzeptanz wirklich ist. Ich sah unglaublich viel, was zu verändern wäre. Die Vorschläge dafür werden geschätzt, die Umsetzung liegt aber leider nicht in meinen Händen und sie ist selten gewährleistet. Es hat aber keinen Wert, sich darüber aufzuregen. Die Mentalität der Kenianer ist anders als unsere, so sehr ich diese allgemeine Aussage verabscheue und mich selbst immer wieder vom Gegenteil überzeugen will.

Wie nachhaltig ist Ihre Unterstützung von Great Visions?

Da Great Visions bei meiner Ankunft in den Startlöchern stand, war vor allem die moralische Unterstützung von grossem Wert. Durch die Spendensammlung konnten wir für Great Visions eine permanente Unterkunft finden sowie die nötigste Ausrüstung für die Schule besorgen. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, Great Visions zu vergrössern und mehr Kinder unterzubringen.

Wie werden Sie sich weiterhin für Ihr Projekt engagieren?

Von den Spenden ist noch einiges übrig, womit ich Great Visions während der nächsten Monate unterstützen werde. Das Wichtigste ist aber, dass der Kontakt zum Projekt und seine Organisation nicht abbrechen wird.

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