Uerkheim

Volg-Mitarbeiter üben mit Rollenspielen Situationen mit Post-Kunden

Volg-Filialleiterin Barbara Christen unterstützt in Zukunft ihre Kunden auch bei Post-Geschäften. kob

Volg-Filialleiterin Barbara Christen unterstützt in Zukunft ihre Kunden auch bei Post-Geschäften. kob

Einzahlungen macht man jetzt im Volg – die Postfiliale im Dorf wurde geschlossen. Die letzte Stunde nutzten viele Kunden für einen letzten Besuch auf der Filiale, während die Volg-Mitarbeiter sich auf die neue Kunstschaft vorbereiteten.

Die Postfiliale Uerkheim wurde am Donnerstag geschlossen. Jeannette Bäni, die 1992 zusammen mit ihrem Mann die Führung der Postfiliale übernommen hatte, dreht den Schlüssel ein letztes Mal um. 20 Jahre lang hatte sie hinter dem Schalter gearbeitet und wurde vor kurzem pensioniert. Bereits zu Beginn ihrer Arbeit kam es zu einem Zwischenfall: «Mein Mann leerte den Geldbehälter der Telefonzelle, das gehörte zu unseren Aufgaben», erzählt Bäni. Damals habe man sie im Dorf noch nicht so gut gekannt. «Jemand hat das beobachtet und dachte, es handle sich um einen Diebstahl.» Die Polizei sei mit Blaulicht durch das Dorf gefahren.

Post ist neu im Volg

In der letzten Stunde nutzten noch etliche Kunden das Angebot, gaben Briefe ab, machten Einzahlungen und tauschten Neuigkeiten aus. Gleichzeitig wurden Bündel von alten Prospekten und Büromaterial herausgetragen. Bäni bedauert, dass die Post nun schliessen muss: «Ich habe sehr gerne hier gearbeitet.»

Seit Freitagmorgen können die Uerkner ihre Post-Geschäfte in der Volg-Filiale gleich nebenan erledigen. Die Leuchtschrift, die auf die neue Postagentur aufmerksam macht, wird gerade montiert, als bereits der erste Kunde ein Paket abholt, es mit beiden Armen umfasst und leicht nach hinten gelehnt den Laden verlässt. Eine andere Kundin fragt, ob sie denn jetzt ein Postkonto eröffnen müsse, wenn sie Einzahlungen machen wolle. «Das ist eine Möglichkeit, oder Sie bezahlen mit EC-Karte. Nur nicht mit Bargeld», erklärt Filialleiterin Barbara Christen.

Rollenspiele zur Vorbereitung

Drei Tage lang hat sich das Volg-Personal intensiv auf die neuen Aufgaben vorbereitet. «Die Mitarbeiter mussten sich in dieser Zeit viel Wissen aneignen», sagt Barbara Zünd, die die Mitarbeiter geschult hat. Zum Beispiel habe man mit Rollenspielen die neuen Arbeitsabläufe eingeübt. Sie freue sich auf die neue Herausforderung, auch wenn die Postagentur mehr Arbeit bedeute, sagt Christen: «Wir werden sehen, wie es läuft, aber ich bin positiv eingestellt.» Man müsse sich allerdings erst noch an die Aufgaben und Abläufe gewöhnen, vieles sei eine Frage der Routine.

«Auch für die Kunden haben sich ein paar Dinge verändert», sagt Christen. Jemand habe bereits um acht Uhr sein Postfach leeren wollen. Neu sind die Postfächer bis spätestens neun Uhr bedient.

Schliessung wird bedauert

Die Kunden scheinen die neue Lösung zu akzeptieren: «Ich finde es schade, dass die Post geschlossen wurde – damit geht eine Tradition verloren», meint eine Kundin. Man habe ihr dort immer mit viel Geduld geholfen. «Allerdings werde ich mich auch an diese Lösung gewöhnen.»

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