Schöftland

Vier Kameraden singen in Schöftland im Auftrag eines Bundesamtes

Mit ihren Choreografien trieben die vier Männerchorsänger den Zuschauern die Lachtränen in die Augen. syh

Mit ihren Choreografien trieben die vier Männerchorsänger den Zuschauern die Lachtränen in die Augen. syh

Der Kleinstmännerchor Bernerhof-Quartett zeigte am Freitag im «Härdöpfuchäuer» in Schöftland die Höhen und Tiefen seines Vereinslebens. Ein Abend im Auftrag des «Bundesamtes für den kulturellen Beitrag in mehrjährig zwischengenutzten Gemüsekellern».

Ein zwar kleiner, aber engagierter Männerchor ist das Bernerhof-Quartett. Die vier Mitglieder singen «Wohlauf, wir heben mit Singen an» mit der gleichen Inbrunst wie «Goodnight Sweetheart».

Und immer wieder betonen sie: «Kamerade wämmer sii.» Diesen Zusammenhalt brauchen sie auch, denn es klappt nicht immer alles so, wie es sich die Chormitglieder Beni, Kurt, Heinz und Berni vorstellen. Da singt Kurt mit übertriebener, schon beinahe peinlicher Gestik «La haut sur la montagne» und später schimpft Berni «The Lion Sleeps Tonight» einen Stuss, obwohl sich die drei anderen mit ihrem afrikanischen Tanz so viel Mühe geben.

Mit kulturellem Auftrag

Am Freitagabend unterhielt das Bernerhof-Quartett im Schöftler Härdöpfuchäuer das Publikum köstlich. Im Auftrag des «Bundesamtes für den kulturellen Beitrag in mehrjährig zwischengenutzten Gemüsekellern», wie sie mehrmals betonten, zeigten Erich Slamanig, Frank Wenzel, Marc Schmassmann und Philipp Siegel die schönen und schwierigen Seiten eines Kleinstmännerchors.

Der Bernerhof in Zürich sei ihr Stammlokal, erklärten die Sänger. Ihren Sponsor, die Metzgerei Schiesser, setzten sie mit einem Rapp in Szene. Überhaupt erwiesen sich die Chormitglieder in ihren beigen Anzügen als musikalisch überaus vielfältig.

Neben alten Schweizer Volksliedern wie «Stets i Truure» trugen sie Renaissancelieder vor und als «Absackerli» zum Schluss «Am Himmel stoht es Sternli». Mit ihrer A-cappella-Version von Michael Jacksons «Black or White» brachten sie den Härdöpfuchäuer fast zum Kochen.

Nicht nur die Lieder machten den Reiz des Unterhaltungsprogramms aus. Es waren vor allem die schauspielerischen Feinheiten: Ein Augenverdrehen angesichts der überschwänglichen Begeisterung des Kameraden, ein kurzes Ballen der Faust, die übertriebene choreografische Darstellung eines Liebesliedes oder ein freundschaftliches Zurechtrücken des Hemdkragens.

Premiere für die Salzstängeli

«Das Programm läuft seit zehn Jahren», erklärten die Ensemblemitglieder. «Ursprünglich war alles aufgeschrieben, doch mit der Zeit veränderte es sich immer mehr. Heute nehmen wir laufend neue Elemente auf oder singen andere Lieder.» Auch bei ihrem Auftritt im Härdöpfuchäuer probierten sie Neues aus, so zum Beispiel das Verteilen von Salzstängeli im Publikum, die nach dem Liedvortrag «I Mueters Stübeli» mit viel Brimborium gleich wieder eingesammelt wurden.

Im Härdöpfuchäuer fühlte sich das Bernerhof-Quartett sehr wohl. «Es ist besonders atmosphärisch hier», erklärten sie.

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