Zahlreiche Briefe und Emails hat die Familie Ottiger aus Moosleerau in den letzten Tagen erhalten. Es sind lauter Solidaritätsbekundungen für deren «unglückliche Situation» wie es in einem der Briefe heisst. «Leider ist es so, dass es für uns Schweizer immer schlimmer wird im eigenen Land» heisst es in einem anderen.

«Das hat uns sehr überrascht», sagt Karin Ottiger auf «Tele M1» zu den Briefen. «Wir danken allen, die uns gezeigt haben, dass sie zu uns stehen.»

Fall Moosleerau: Kritik für den Gemeinderat, Solidarität für die Familie

Fall Moosleerau: Der Gemeinderat erhält anonyme Anrufe, die betroffene Familie Solidaritätsbekundungen.

Der Grund: Die dreiköpfige Familie plus Hund erhielt von der Gemeinde die Kündigung für ihre Wohnung im Alten Schulhaus in Moosleerau. Stattdessen sollte eine Flüchtlingsfamilie einziehen können.

«Das Vertrauen in die Gemeinde verloren»

Der Sturm der Entrüstung war heftig. Beim Moosleerauer Gemeinderat gingen dutzende Emails und anonyme Anrufe aufgebrachter Bürger ein. Auch auf der Strasse sind die Meinungen einheitlich: «Ich finde das nicht gerecht», sagt etwa ein Einwohner zum Regionalsender.

Durch das grosse Medienecho fand sich dann aber eine andere Bleibe für die Asylbewerber. Die Gemeinde zog die Wohungskündigung zurück. Doch das kann Familie Ottiger nicht mehr im Alten Schulhaus halten. Sie will ausziehen. «Wir haben das Vertrauen in die Gemeinde als Vermieter verloren», sagt Karin Ottiger.