Schöftland
Verlust von 5,7 Millionen nach Bewertungskorrektur: Suhrental Alterszentrum bleibt ein schwieriger Fall

Weil eine Aufwertung aus dem Jahr 2016 rückgängig gemacht werden musste, gab es beim Suhrental Alterszentrum einen Verlust von 5,7 Millionen Franken. Weiterhin mangelt es an der finanziellen Transparenz.

Flurina Dünki, Urs Helbling
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Freuen sich, dass der Betreib aktuell gut läuft. Bernadette Flükiger und Uwe Matthiessen.

Freuen sich, dass der Betreib aktuell gut läuft. Bernadette Flükiger und Uwe Matthiessen.

Urs Helbling

Das Suhrental Alterszentrum (Schöftland) hat schwierige Jahre hinter sich. Was der reine Betrieb anbetrifft, scheint man unter der neuen Leitung von Bernadette Flükiger (seit Mai 2019) Boden unter den Füssen bekommen zu haben. Das Zentrum mit Platz für 125 Pensionäre und 150Angestellten hat die Coronazeit bisher gut überstanden.

«Die ersten fünf Monate im laufenden Geschäftsjahr bestätigen eine sehr positive Gesamtentwicklung», heisst es in einer Medienmitteilung aus Anlass der Generalversammlung. Die Auslastung beträgt aber coronabedingt nicht mehr 100 Prozent wie im letzten Jahr (unter Aufrechnung der Ferienzimmer).

Vergleichsweise schlechte Transparenz

2019 machte das Unternehmen 11 Millionen Franken Umsatz. Das Betriebsergebnis (Ebit) konnte laut Verwaltungsratspräsident Uwe Matthiessen vervierfacht werden. Der genaue Betrag ist Geheimsache, was bei einem Unternehmen, das der öffentlichen Hand (sieben Gemeinden) gehört, eher aussergewöhnlich ist – und beim Suhrental Alterszentrum in der Vergangenheit auch nicht immer so war.

Das letzte Jahr war belastet durch hohe Personalkosten in der Interregnumsphase vor dem Eintritt von Bernadette Flükiger, Unterhaltsinvestitionen (finanziert aus zweckgebundenen Rückstellungen) und der Erneuerung der IT. Diese war nicht mehr in zeitgemässer Verfassung. Es habe «Unliebsame Vorfälle» gegeben, heisst es. Gemeint ist etwa der Hacker-Angriff im Dezember 2017.

Bewertungskorrektur in der Höhe von 6,1 Mio Fr.

In der Medienmitteilung wird eine «sehr unschöne Zahl» (Uwe Matthiessen) bekannt gegeben. Faktisch hat die Aktiengesellschaft einen Verlust von 5,7 Millionen Franken gemacht – verursacht durch eine Bewertungskorrektur in der Höhe von 6,1 Millionen Franken. Um diese verstehen zu können, ist ein Blick zurück ins Jahr 2016 notwendig. Verwaltungsratspräsident war damals Hans Rudolf Würgler, interimsmässiger Leiter Otto Zeller.

Erwirtschaftet wurde im Jahr 2016 ein Geschäftsergebnis von 1,8 Millionen Franken, ausgewiesen ein Gewinn von knapp 12 Millionen Franken (AZ vom 6.5.2017). Dieses Traumresultat war nur möglich, weil einige Immobilien – mit dem Segen der damaligen Revisionsgesellschaft bdo – neu bewertet wurde. Das zusätzliche Kapital sollte die Aufnahme von Bankkrediten für den angestrebten Neubau erleichtern.

Im Winter 2018/19 hatten die Verantwortlichen zwar noch keinen Verdacht, aber ein ungutes Gefühl. Es mangelte an der finanziellen Transparenz. Im Frühling 2019 wechselte das Alterszentrum die Revisionsgesellschaft (neu PWC). Man stellte fest, dass die Aufwertung 2016 «nicht dem geltenden Recht entspreche» (Medienmitteilung). «Wir haben das nun legalisiert», erklärt Matthiessen. Ein Liquiditätsschaden sei dadurch nicht entstanden, es handle sich um einen rein buchhalterischen Akt.

Planungsprozess neu aufgegleist

Was die Gebäudesanierung betrifft, ist man zurück auf Feld 1. Dazu wurde der Planungsprozess neu aufgegleist. Das etwas getan werden muss, ist klar. Die Mehrheit der Zimmer hat heute keine Nasszellen (nur WC und Lavabo). Bis zu einem Baubeginn dürften etwa fünf Jahre vergehen.

Grösster Aktionär des «Suhrental Alterszentrum» ist die Gemeinde Schöftland (34 Prozent). Dem am Donnerstag an der Generalversammlung für zwei Jahre gewählten Verwaltungsrat gehören an: Uwe Matthiessen (Präsident, Gemeinderat Reitnau), Roland Kläy (Vizepräsident), Anja Gestmann (Gemeinderätin Schöftland), Daniel Brunner und Pascal Gregor (neu an Stelle von Roger Baumberger, der nach acht Jahren demissionierte).

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