Gontenschwil

Vergiftetes Klima rund um neue Kreisschule aargauSüd – was, wenn das Volk den neuen Vertrag ablehnt?

Wegen der Bildung der Kreisschule aargauSüd werden im Gontenschwiler Oberstufenschulhaus (genannt «Crèmeschnitte») ab August 2020 ein Dutzend Schulräume leer stehen.

Wegen der Bildung der Kreisschule aargauSüd werden im Gontenschwiler Oberstufenschulhaus (genannt «Crèmeschnitte») ab August 2020 ein Dutzend Schulräume leer stehen.

In Gontenschwil herrscht wegen der Verlegung zweier Klassen nach Menziken ein vergiftetes Klima rund um die neue Kreisschule aargauSüd. Lehnt das Volk jetzt an der Gemeindeversammlung den Vertrag ab?

Noch im Sommer hatte es danach ausgesehen, als würden die Gontenschwiler im Fall der in Gründung begriffenen Oberstufen-Kreisschule aargauSüd die Faust im Sack machen und sich doch noch ihrem Schicksal fügen. Jetzt scheint es, als ob die ganze Sache an der Gemeindeversammlung vom 22. November noch einmal sehr emotional wird.

Und klar ist, dass der Gemeinderat Gontenschwil gegen die bisherige Kreisschule geklagt hat. Er fordert auf gerichtlichem Weg die Abgeltung von 870'000 Franken ein, die ihm die Kreisschule bisher verweigert hat.

Wegen der Bildung der Kreisschule aargauSüd werden im Gontenschwiler Oberstufenschulhaus (genannt «Crèmeschnitte») ab August 2020 ein Dutzend Schulräume leer stehen. Die Gontenschwiler hatten vergeblich versucht, sich dem «Kreisschule aargauSüd»-Prozess zu entziehen, der ihr Schulhaus leert.

Nachdem die Gemeindeversammlung im Sommer 2018 es abgelehnt hatte, Trägergemeinde der Kreisschule aargauSüd zu werden, steht jetzt eine Vertragslösung zur Diskussion. Entschieden wird am 22. November.

Hat die Regierung Satzungen zu schnell unterschrieben?

Der Gemeinderat beantragt dem Souverän Zustimmung. Doch aus Äusserungen von Frau Gemeindeammann Renate Gautschy ist herauszuspüren, dass der Frust über die aktuelle Entwicklung in Gontenschwil wieder gross ist. Da ist einmal die Frage der Entschädigung.

Renate Gautschy, Frau Gemeindeammann von Gontenschwil

Renate Gautschy, Frau Gemeindeammann von Gontenschwil

Gontenschwil verlangt 870'000 Franken für sein Schulhaus, für das es eine neue Nutzung suchen muss. «Die Auflösung der alten Kreisschule Homberg ist noch nicht vollzogen, die Gemeinden konnten sich nicht auf eine Abgeltung für Gontenschwil einigen, so wie es die Satzungen der Kreisschule Homberg vorsehen», schreibt Renate Gautschy. «Der Regierungsrat hat aber die neuen Satzungen rassig unterschrieben, allenfalls in Unkenntnis, dass die alte Schule noch nicht korrekt aufgelöst ist.»

Gontenschwiler müssen vorerst nach Menziken

Gar nicht einverstanden sind die Gontenschwiler auch mit der eben erfolgten Zuteilung der Klassen. Die zwei verbleibenden Oberstufen-Abteilungen können die Schule nicht in Gontenschwil beenden. Sie müssen im kommenden Sommer ins übernächste Dorf wechseln.

Sie werden, inklusive den Klassenlehrern, nach Menziken gezügelt: «Damit man einen Deal von Reinach und Menziken einhalten kann – so läuft das hier» klagt Gautschy. Im Schreiben an die Eltern werde dann hoch und heilig versprochen, dass dies eine «einmalige Aktion» sei.

Ab Schuljahr 2021/22 «dürften» die Oberstufen-Schüler von Gontenschwil nach Reinach. «Ob das dann so ist, wissen wir heute noch nicht», schreibt Gautschy. «Mir fehlen der Glaube und das Vertrauen.»

Auf die Frage was passieren sollte, wenn die Stimmbürger am 22. November den Vertrag ablehnen sollten, erklärt Gautschy: «Dann gehen die Oberstufen-Schüler ohne Vertrag in die neue Kreisschule. Eine bessere oder schlechtere Situation wäre das nicht, denn sie brauchen unsere Schüler, damit sie ihre gegenseitigen Versprechen einhalten können. Für uns steht immer das Wohl der Schüler im Vordergrund und nicht ‹ein Deal›.»

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