Suhrental

Verein gegen Windkraftanlagen gegründet

Die Visualisierung zeigt den geplanten Windpark, gegen den sich jetzt der Widerstand organisiert hat.

Die Visualisierung zeigt den geplanten Windpark, gegen den sich jetzt der Widerstand organisiert hat.

Im Trienger «Rössli» hat sich der Widerstand gegen den geplanten Windpark oberhalb Kulmerau formiert: Der Verein «Pro Kulmerauer Allmend» setzt sich gegen den Bau von Windrädern in der Region ein.

Aufbruchstimmung an der Gründungsversammlung des Vereins «Pro Kulmerauer Allmend»: 50 Personen, vorwiegend aus Kulmerau und Schmiedrued-Walde, wollen den von der CKW geplanten Windpark oberhalb Kulmerau verhindern.

Was Lisbeth Arnold, die Windpark-Gegnerin der ersten Stunde, angeteigt hat, geht auf: Mit einem interkantonalen Verein organisiert sich der Widerstand. Dabei geht es in erster Linie um Aufklärungsarbeit.

Bevor gebaut werden kann, braucht es eine Umzonung. Erster Vereinspräsident ist Patrick Rauch aus Walde. Der 31-jährige vierfache Familienvater wohnt am Hang ruedertalerseits und «würde die Windräder hören».

Lebensqualität erhalten

Die meisten Vorstandsmitglieder argumentieren mit der Ruhe, der Schönheit der Natur als Naherholungsgebiet, kurz, der Lebensqualität, die mit einem Windpark verloren gingen. Oder wie es René Odermatt aus Kulmerau formuliert: «Vier Windanlagen, 550 Meter vom Dorfkern entfernt, das ist einzigartig in der Schweiz. Dagegen muss man sich wehren». Er ist mit Beat Fischer Revisor des neuen Vereins.

Neben Präsident Patrick Rauch gehören Lisbeth Arnold, Ursula Bucher, Claudia Heller, Robert Pedersen und Hansjörg Plattner aus Kulmerau sowie René Bolliger aus Schmiedrued-Walde dem Vorstand an. Tagespräsident Urs Vogel präsentierte die Statuten, die ohne Gegenstimmen angenommen wurden. Vogel wies darauf hin, dass es nicht darum gehe, die Dorfgemeinschaft zu spalten. Es gelte achtsam miteinander umzugehen: «Es gibt auch andere Meinungen.»

Aufklären und unterstützen

Um die Lebensqualität zu erhalten, so der Zweckartikel, sei Aufklärungsarbeit nötig: öffentliche Veranstaltungen organisieren, Vernetzung mit anderen Organisationen, die für eine nachhaltige umwelt- und landschaftsschonende Energieversorgung unter Einschluss der erneuerbaren Energien einstehen. Da dem Verein kein Verbandsbeschwerderecht zusteht, will der Verein Personen, die den Rechtsweg beschreiten, unterstützen.

Der Jahresbeitrag für Einzelpersonen und Familien wurde auf 25 Franken festgesetzt; juristische Personen bezahlen 100 Franken. Patrick Rauch kündigte Informationsveranstaltungen in allen Dorfteilen an. Im Verein sollten alle ihre Kompetenzen einbringen.

Christoph Merkli, der mit seinem Verein den Windpark auf dem Heitersberg AG verhindert hat, erklärte seine Motivation. Zuerst sei es der Bauch gewesen: Natur, Wald, Bäche, See. Dann aber sei die Ökonomie als starkes Argument gegen die Windkraft dazu gekommen, der Kopf.

Armselige Windverhältnisse, Subventionswirtschaft, Wertverminderung von Liegenschaften (bereits bei geplanten Windrädern), Umweltzerstörung (Landschaft, Vögel, Fledermäuse), Lärm, gesundheitliche Folgen.

Den Finger draufhalten

Ohne Beizug eines guten Juristen gehe es nicht, meinte Merkli. Auch gelte es, an Vernehmlassungen teilzunehmen und bei Gesetzen und Verordnungen, beispielsweise Abstände betreffend, den «Finger draufzuhalten». Man müsse alle Beziehungen spielen lassen: Politiker überzeugen; versuchen, Pro Natura zu gewinnen, wie das im Aargau gelungen sei.

Walter Frey, auch er ein Gegner der ersten Stunde, verwies auf Gespräche mit Trienger Wirtschaftsvertretern, aber auch Diskussionen an einer Parteiversammlung. Er ortet ein Bröckeln der Windkraft-Euphorie, sobald die Leute nicht nur einseitig informiert würden, sondern auch die Gegenargumente hörten.

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