«Nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte die Feuerwehr notfallmässig ausrücken müssen», steht in einer Meldung der Gemeinde Bottenwil. Denn das Türschloss zum Feuerwehrmagazin wurde Ende September manipuliert, sodass es nicht mehr funktionierte und nun ersetzt werden muss. Hätte es einen Notfall gegeben, wäre die Feuerwehr nur mit viel Mühe ins Gebäude gelangt, vermutet Gemeindeschreiberin Elisabeth Giudici. Auch verschiedene Türschlösser des Mehrzweckgebäudes wurden manipuliert. «Das ist kein Kinderstreich mehr», sagt sie. 

Offenbar sind in der Gemeinde unbekannte Personen unterwegs, die randalieren. So wurden auch «mutwillige Beschädigungen am Kinderspielturm festgestellt». Einmal mehr sei das Auffangnetz zerschnitten worden und vereinzelt seien auch Brandspuren sichtbar gewesen. Bereits vor einigen Jahren sei das Netz beim Spielplatz zerschnitten worden.

Die Gemeinde hat nun in beiden Fällen Anzeige gegen Unbekannt eingereicht. Dazu schreibt sie: «Können die Täter nicht ermittelt werden, hat die Gemeinde bzw. der Steuerzahler die nicht unerheblichen Kosten zu tragen, da bekanntlich Schäden aufgrund von Vandalismus nicht versichert werden können.» Sie bittet deshalb die Bevölkerung, die Augen offen zu halten und Beobachtungen der Gemeindekanzlei zu melden. Die Kantonspolizei hat bis jetzt noch keinen Hinweis erhalten, die Ermittlungen wurden aber aufgenommen.

Das Türschloss zum Feuerwehrlokal in Bottenwil wurde manipuliert.

Das Türschloss zum Feuerwehrlokal in Bottenwil wurde manipuliert.

Eine Videoüberwachung, beispielsweise des Kinderspielplatzes, sei aber kein Thema. «Wir haben auch schon darüber geredet, aber Orte per Video überwachen zu lassen ist nicht immer einfach und auch teuer», sagt Giudici. Noch hoffe man, dass die Vorfälle Einzelfälle bleiben.

Drei Orte videoüberwacht

In Schöftland ist das Thema Videoüberwachung konkreter. Denn auch dort sind grobe Sachbeschädigungen, erhebliche Verunreinigungen und Littering jetzt wieder ein Thema. Deshalb hat der Gemeinderat beschlossen, verschiedene Stellen, sogenannte Hotspots, per Video zu überwachen. Zu diesem Zweck hat er ein «Reglement für die Videoüberwachung von öffentlichen Gebäuden und Anlagen» geschaffen, das noch vom Kanton genehmigt werden muss. Dieses soll auf den 1. Januar 2015 in Kraft gesetzt werden.

Die Zivilschutzanlage Birkenweg ist eines der Areale, das per Video überwacht werden soll. In letzter Zeit sei es beim Haupteingang zur Anlage zu verschiedenen Sachbeschädigungen gekommen, schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Dieser befindet sich auf dem Schulareal, wo oft Sachbeschädigungen zu verzeichnen seien. Unter anderem sei im Frühling und nach den Sommerferien zum zweiten Mal ein beleuchteter Handlauf zum Abgang in die Anlage beschädigt worden. «Das kostet die ZSO immer wieder ein paar tausend Franken», sagt Gemeindeschreiber Rudolf Maurer. In solchen Fällen werde immer Anzeige gegen Unbekannt gemacht.

Mit Video gelöst?

Bereits per Video überwacht werden laut Maurer Standorte in der Badi sowie die Multisammelstelle. Mit der Videoüberwachung erhofft sich die Gemeinde nun, dass die Vandalen-Probleme eher gelöst werden können. «Wir arbeiten aber nicht gerne mit Bussen», sagt Maurer weiter. «Ziel ist es, dass die Täter etwas lernen aus der Sache und dass sie wenigstens für den Schaden aufkommen.» Zudem hat der Schöftler Gemeinderat die Regionalpolizei ersucht, das Areal um den Haupteingang zur Zivilschutzanlage als Hotspot aufzunehmen und diesen Ort regelmässig zu überprüfen.

Vandalismus tritt laut Roland Pfister, Sprecher der Kapo, meist nur lokal auf. Deshalb könne bei diesen zwei Fällen keinen Zusammenhang hergestellt werden. Oft sei es auch schwierig, brauchbare Spuren zu finden. «Jedes Mittel, das uns bei der Aufklärung hilft, ist gut», sagt er, angesprochen auf die Videoüberwachung. Diese könne auch eine abschreckende Wirkung haben. Die Erfahrung zeige aber, dass die Qualität der Bilder oft schlecht sei, was die Ermittlungen schwierig mache.