Unterkulm
Unterkulmer Familien erhalten Gutscheine für die Kinderbetreuung

Familien können ihr Kind künftig am Ort ihrer Wahl in die Kita schicken und werden dabei von der Gemeinde unterstützt. Die Gemeindeversammlung sagte Ja, aber längst nicht jeder war einverstanden.

Rahel Plüss
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Unterkulm setzt auf Betreuungsgutscheine, eine finanzielle Unterstützung für die Betreuung von Kindern im Vorschulalter.

Unterkulm setzt auf Betreuungsgutscheine, eine finanzielle Unterstützung für die Betreuung von Kindern im Vorschulalter.

Annika Buetschi/Symbolbild

Die Unterkulmer Gmeind hat am Donnerstagabend sämtlichen Traktanden zugestimmt. Fast alle Geschäfte gingen diskussionslos und einstimmig über die Bühne. Die Umzonung des KWC-Areals von der Industrie- in eine neue Zentrumszone wurde mit nur zwei Gegenstimmen gutgeheissen.

Anders sah es bei der probeweisen Einführung von Gutscheinen für die familienergänzende Familienbetreuung aus. Bereits während der Ausführungen von Gemeinderätin Manuela Basso war hier und da in den Reihen ein Raunen zu vernehmen oder ein Kopfschütteln zu beobachten.

In der anschliessenden Diskussion äusserte jemand Bedenken, ob das gemachte Rechenbeispiel mit der Teufenthaler Krippe auch wasserfest sei, denn eine Kita in Zürich sei doch sicher viel teurer als eine im Tal. «Das haben wir bedacht», antwortete Basso. Deswegen habe man einen Tages-Maximalbetrag definiert.

Weniger ums Detail als um die Grundsatzfrage, ob man denn als Gemeinde wirklich so «vorpreschen» und nicht abwarten wolle, bis das entsprechende Gesetz vom Kanton komme, ging es einigen anderen Stimmbürgern. Der Zeitpunkt sei zu früh, die Kosten unüberblickbar. Dem hielt Manuela Basso entgegen, man könne sich auf Erfahrungswerte der zugezogenen Fachstelle abstützen. Es wurde auch polemisiert: Man habe es selber mit vier Kindern auch ohne Gutscheine geschafft.

Vielleicht war es die gut ausgearbeitete Vorlage, vielleicht das inhaltlich sehr persönliche Schlussplädoyer des Gemeindeammanns Roger Müller, das die Anwesenden schliesslich veranlasste, das Geschäft mit 58 Ja- zu 27 Nein-Stimmen anzunehmen.

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