Wynental/Suhrental
Uneinsichtige Eltern fahren die Kinder weiterhin zur Schule

Die Regionalpolizeien im Wynental und Suhrental haben im Rahmen der schweizweiten Aktion «Schulbeginn» vermehrt Präsenz bei Schulhäusern gezeigt.

Peter Siegrist
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Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, gefährden andere.niz

Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, gefährden andere.niz

«Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser». Diesem Wort haben die Regionalpolizeikorps im Suhren-, Rueder- und Wynental nachgelebt. In den ersten Wochen des neuen Schuljahres – Kindergärtler und Erstklässler sind noch wenig geübt auf Strassen und Trottoirs unterwegs – waren die Polizisten fast täglich präsent.

«An rund 30 Kontrollstellen in unmittelbarer Nähe von Schulhäusern und Kindergärten, war die Repol vor Ort, sagt der Chef der Repol aargauSüd, Dieter Holliger. Die Polizisten hätten einerseits die Schüler und Kindergärtner unterstützt, andererseits die Automobilisten im Fokus gehabt. Die Aktion habe im Allgemeinen ein positives Echo ausgelöst, sagt Holliger, «die Beamten erhielten gar lobende und aufmunternde Worte.»

Dem kann auch Stefan Wettstein, Chef der Regionalpolizei Zofingen zustimmen. Die Suhren- und Ruedertaler Gemeinden sind dem Gebiet der Zofinger angeschlossen. Er habe einen guten Eindruck gehabt vom allgemeinen Verhalten der Verkehrsteilnehmer, «gravierende Regelverstösse gab es in der Region Schöftland keine.»

Zu einzelnen Übertretungen kam es jedoch schon. Die Regionalpolizei aargauSüd musste während der Aktion 21 Personen büssen.

Gebüsst haben die Polizisten Autofahrer, die während der Fahrt telefonierten, Autofahrerinnen, die ihre Kinder ungesichert mitführten. Oft wurde von Automobilisten den Fussgängern der Vortritt beim Zebrastreifen nicht gewährt, oder die Fahrzeuge wurden falsch parkiert.

Nicht alles werde gleich mit einer Busse geahndet, sagt Holliger. Die Polizei suche auch das Gespräch. Ein Polizist hält eine Autofahrerin an, welche auf einem Trottoir fährt oder welche in Schulhausnähe zu schnell unterwegs ist, und bespricht mit ihr die Situation.

Elterntaxis bleiben Dauerthema

Beide Polizeichefs sagen übereinstimmend für ihre Region, dass die Elterntaxis nach wie vor ein Problem seien. «Wir stellen fest: Wir bringen die Elterntaxis nicht weg», sagt Stefan Wettstein. Und Dieter Holliger ergänzt, auffällig sei in diesem Jahr «das wilde Parken vor einzelnen Kindergärten gewesen».

Es komme immer wieder vor, dass Mütter oder Väter ihre Autos unmittelbar vor oder gar auf einem Fussgängerstreifen abstellten. «Sie wollen sicher sein, dass ihr eigenes Kind auf jeden Fall wohlbehütet im Kindergarten ankommt», sagt Holliger.

Dabei nähmen diese Eltern in Kauf, dass sämtliche andern Kinder, welche den Fussgängerstreifen überqueren wollten, unmittelbar in Gefahr gebracht würden. «Daran denken diese Leute nicht.»

Die Regionalpolizei kennt ein dreistufiges Verfahren: Bei leichten Verstössen suchen die Polizisten das Gespräch vor Ort und weisen die Verkehrsteilnehmer auf ihr Verhalten und dessen mögliche Folgen hin.

«Belehrung» heisst das im Polizeivokabular. Liegen jedoch klare Regelverstösse vor, wie etwa das Telefonieren während des Fahrens, dann greift der Polizist zum Bussenblock, ein Ordnungsbusse wird fällig. Bei schweren Übertretungen des Strassenverkehrsgesetzes kommt es zur Anzeige bei der Staatsanwaltschaft und zu einem ordentlichen Verfahren.

Mit Ende der Aktion Schulbeginn ist die Präventionsarbeit der Regionalpolizei nicht zu Ende. «Licht am Velo» sei das nächste Thema, das die Polizei im Fokus habe, sagt Wettstein. Auch hier seien Instruktion und Kontrollen an den Schulen wichtig.