Reinach
«Und, seid ihr zufrieden mit eurer Polizei?»

Die Arbeit geht der Regionalpolizei aargauSüd nicht aus – über 1000 Mal wurden die Polizisten im 2011 aufgeboten. Überdurchschnittlich vertreten sind dabei Fälle von häuslicher Gewalt.

Peter Siegrist
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Der Jahresbericht der Regionalpolizei aargauSüd (Repol) spiegelt in Zahlen, was sich im menschlichen Leben in der Region alles auch noch abspielt: Velodiebstähle, telefonierende Autofahrerinnen, keifende Ehemänner und Ehefrauen, Jugendliche, die Abfälle liegen lassen oder Autofahrer, die sich von der Polizei unterwegs fotografieren lassen.

Dieter Holliger, der Chef der Regionalpolizei aargauSüd hat in seinem Jahresbericht die Kernzahlen 2011 seines «Unternehmens» zusammengefasst. Seine Grobbeurteilung: Die Oberwynentaler bewegen sich etwa im kantonalen Durchschnitt. «Lediglich bei den Fällen von häuslicher Gewalt liegen wir über dem Schnitt».

Sicherheitspolizei täglich auf Achse

Die Behörden verlangen von der Repol seit dem 1. Januar 2011 eine erhöhte Patrouillentätigkeit über Freitag und Samstag und ein Doppelpikett über 24 Stunden an 365 Tagen. «Diese Vorgaben haben wir erfüllt», erklärt der Polizeichef. Nebst den Tagespatrouillen waren die Polizisten auch 324 Mal in den Abend- und Nachtstunden unterwegs.

Während dieser Patrouillen wurden die Polizisten letztes Jahr 920 Mal zu einem Ereignis aufgeboten. Zusätzlich rückte der Pikettdienst noch 161 Mal aus. So erklärt sich die stolze Zahl von 1081 Einsätzen in einem Jahr. Im Vorjahr 2010 waren es 890 Einsätze gewesen.

Die meisten Polizeieinsätze betrafen Streit- und Drohfälle sowie Ruhestörungen. Häufig würden die Polizisten auch zu Hilfe gerufen, wenn es zu Schwierigkeiten komme mit psychisch auffälligen oder alkoholisierten «Problempersonen», erklärt Dieter Holliger.

Auffällig im Sicherheitsbereich sei die hohe Anzahl an Interventionen bei häuslicher Gewalt. 77 Mal rückte die Repol letztes Jahr aus. «Da haben wir im Quervergleich zu anderen Regionalpolizeien einen sehr hohen Stand erreicht.» Bei den meisten Fällen seien finanzielle Probleme, Alkoholkonsum, Fremdbeziehungen oder gegenteilige Erziehungsansichten Grund für Partnerzwistigkeiten, sagt Holliger. Bei häuslicher Gewalt werde nicht zwingen geschlagen, häufig handle es sich um verbale Auseinandersetzungen und psychischen Terror. Holliger weist darauf hin, dass nach jedem «Hausbesuch» der Polizei, ein Bericht zwingend sei, dass die Leute also aktenkundig würden.

Verkehr leiten und kontrollieren

Die Repol hat 2011 in den Verbandsgemeinden (siehe Artikel unten) innerorts 159 Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Total wurden 67136 Fahrzeuge gemessen, davon waren 9793 Fahrer zu schnell unterwegs. 200 Fahrer waren über 15 km/h zu schnell und wurden verzeigt, einige von ihnen mussten den Führerausweis abgeben. Der schnellste Autofahrer wurde in Zetzwil mit 101 Stundenkilometer gemessen. Insgesamt fuhren 15 Prozent der Autofahrer zu schnell. «Da liegt unsere Region im kantonalen Durchschnitt», erklärt Holliger.

Prävention in zwei Bereichen

Die Repol ist in drei Bereichen präventiv tätig. Erstens unterrichtet der Verkehrsinstruktor die kleinen Schüler im Strassenverkehr, zweitens führt die Repol regelmässig Lichtkontrollen an Schülerfahrrädern durch. Ganz wichtig sei drittens die Kontrolle der Hotspots, sagt Holliger. Plätze, wo Jugendliche sich treffen, werden überwacht. «Wir vertreiben die Jungen nicht, aber wir suchen das Gespräch mit ihnen, um Littering und Vandalismus zu verhindern.»

So hätte ihre Frage an die Jungen: «Seid ihr zufrieden mit eurer Polizei?», nebst Verblüffung auch mal kecke Antworten auslöst. «Ja, ihr seid eigentlich noch ganz coole Typen», habe ein Jugendlicher geäussert. «Wir machen die besseren Erfahrungen mit den Jungen, wenn wir dranbleiben und mit ihnen Kontakt haben.» So würden junge Leute regelmässig aufräumen, wenn eine Patrouille auftauche. Wenn es nicht klappt, dann greife die Repol aber durch, bringe auch mal nachts aufgegriffene Schüler zurück zu deren Eltern.