Schmiedrued-Walde

Umbauprojekt für 700 000 Franken: «Das ist viel zu viel Geld»

Die Gemeindeverwaltung von Schmiedrued soll ins ehemalige Raiffeisen-Gebäude in Walde ziehen. Sandra Ardizzone/Archiv

Die Gemeindeverwaltung von Schmiedrued soll ins ehemalige Raiffeisen-Gebäude in Walde ziehen. Sandra Ardizzone/Archiv

Für 700 000 Franken soll das Gebäude der Raiffeisenbank zur Gemeindeverwaltung werden. Einigen ist das zu teuer.

Die Wellen gingen hoch in Schmiedrued-Walde, als die Sommergmeind 2016 dem Kauf der alten Raiffeisenbank zustimmte. 1,7 Millionen Franken kostete das Gebäude. Gegen den Kauf regte sich Widerstand: Der Schmiedrueder Bürger Werner Hunziker sammelte Unterschriften für ein Referendum, welches wegen formeller und materieller Mängel aber nicht zustande kam.

Nun geht das Projekt in die nächste Runde. Im 25 Jahre alten Gebäude soll künftig die Gemeindeverwaltung unterkommen. Dafür muss, wie beim Kauf angekündigt, nochmals eine Stange Geld investiert werden – rund 698 500 Franken. Einen Kredit in dieser Höhe beantragt der Gemeinderat an der Gmeind vom 9. Juni für Umbau und Renovation der Liegenschaft Raiffeisenbank. Wegen der «Brisanz der Traktanden», wie der Schmiedrueder Gemeinderat schrieb, fand vorgestern eine Infoveranstaltung statt. Dabei erklärte Frau Gemeindeammann Marliese Loosli, dass das alte Gemeindehaus (1930 erbaut) marode sei: «Ungezieferplagen und Kälte gehören dazu.» Eine Sanierung werde auf 850 000 Franken geschätzt, daher sei ein Umzug die bessere Lösung – «trotz hohem emotionalem Wert des Gemeindehauses». Die Vereine könnten ins Schulhaus zügeln: Dort hat es seit der Umstellung auf drei Jahre Oberstufe freie Räume. Und das Bauamt fände Platz im Feuerwehrmagazin. «Das würde zwar eng, doch man käme aneinander vorbei», meinte Loosli.

«Bank ist Renditeobjekt»

Einige Schmiedrueder sind der Meinung, das Umbauprojekt sei zu teuer. «Jetzt wollt ihr nochmals 700 000 Franken in die Raiffeisenbank reindonnern?», fragte einer von rund 25 Teilnehmern an der Infoveranstaltung. «Das ist viel zu viel Geld». Marliese Loosli antwortete darauf: «Wir sind uns bewusst, dass es viel Geld ist. Doch wir können das Gebäude nur dann optimal nutzen, wenn der Umbaukredit genehmigt wird.»

Loosli wies auch darauf hin, dass die drei Mietwohnungen im oberen Stock der Raiffeisenbank der Gemeinde jährlich 42 000 Franken an Mieteinnahmen brächten. «Damit ist sie ein Renditeobjekt und hilft unserer Bilanz.»

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