Es ist klein, aber wichtig: das Verfallsdatum auf einem Produkt. Schaut man mal wieder, ob der Joghurt noch essbar ist, ist die Chance gross, dass es von der Sigtech AG in Muhen bedruckt wurde. Die Sigtech entwirft, baut, programmiert, installiert und betreut industrielle Druckvorrichtungen. Geräte, welche die variablen Daten auch zum Beispiel bei einem Los oder einer Lagernummer aufdrucken.

Intern geht es bei der Firma Sigtech jetzt auch um ein Datum: jenes der Übergabe. Firmengründer Walter Schmuki (60) hat beschlossen, einen Schritt zurück zutreten und die Nachfolge geregelt: Schmuki hat die operative Leitung des Betriebs seinem langjährigen Mitarbeiter Fritz Züger übertragen und sich eine Auszeit genommen. Nach seiner Rückkehr wird er als VR-Präsident amten und im Betrieb in technischen Funktionen aktiv sein. Gleichzeitig ist der Sohn des Firmengründers, Adrian Schmuki (30) in den Betrieb eingetreten. Der Ingenieur für Mechatronik übernimmt die technische Leitung.

Kontrolle dank ihren Daten

Der neue Chef, Fritz Züger, sagt: «Heute muss immer mehr rück- und nachverfolgbar sein.» Und so drucken ihre Maschinen die Daten überall hin: auf Kunststoffverpackungen, Plastikfolie, Milchtüten, Kartonschachteln oder Alu-Folie.

Die Sigtech baut selber keine Drucker. Sie baut aus bestehenden Komponenten für Kunden massgeschneiderte Systeme zusammen. Die Produkte müssen im Stillstand oder in Bewegung gekennzeichnet werden können. «Das macht die Arbeit so spannend», sagt Züger, der gelernte Verpackungs- und Logistikingenieur. «08/15» gebe es in diesem Betrieb nicht. Hier werden Mechanik, Elektronik und Datentechnologie in den Geräten miteinander verheiratet.

Entwickeln und integrieren

Die fertig entwickelten Automaten stehen zum Beispiel bei einem Milchverarbeiter oder einem Pharmabetrieb, wo in der Verpackungsstrasse am Schluss die Daten und Zahlen aufgedruckt werden, welche sich ständig ändern. Die Sigtech selber führt in den eigenen Räumen höchstens kleine Lohnaufträge aus.

Die Firma nutzt dies als Gelegenheit, neue Techniken und Softwarelösungen auszutesten. Die Hauptaufgaben der 17 Sigtech-Mitarbeiter, die sich 12 Vollzeitstellen teilen, sind jedoch das Engineering, die Betreuung der Kunden vor Ort und Servicearbeiten. «Es kommt auch zu Notfällen, wo wir dann blitzschnell reagieren müssen», sagt Züger. Verpackungsstrassen dürften eigentlich nie stillstehen. Doch auf solche Fälle sei man in Muhen vorbereitet.

Knifflige Lösungen gefragt

Die Sigtech hat sich seit ihrer Gründung durch Walter Schmuki vor 19 Jahren stetig weiterentwickelt. Heute hat sie sich in der Laserbeschriftung, der Tintenstrahltechnik etabliert. Zukunftsträchtig sei die Etikettiertechnik. Dabei sind knifflige Lösungen gefragt um beispielsweise ein Produkt direkt zu beschriften, dann die Verpackungsschachteln zu etikettieren und am Schluss auch noch die Paletten zu bezeichnen. «Da bin ich froh, wenn ich bei meinen Mitarbeitern auf Softwarespezialisten und Elektromechaniker mit besonderem Flair zählen kann», sagt Fritz Züger. Denn letztlich gehe es auch immer um hohe Geschwindigkeiten.

Wie Züger erklärt, hat sich die Sigtech zu einem Systemintegrator entwickelt. «Wir suchen Antworten auf Kundenwünsche und integrieren unsere Komponenten in die entsprechenden Verpackungslinien. Und dies machen wir schweizweit und teilweise im angrenzenden Ausland.» Als KMU nimmt die Sigtech auch ihre Verantwortung in der Ausbildung von jungen Berufsleuten wahr. So haben bereits mehrere Polymechaniker und Kaufleute ihre Ausbildung in Muhen absolviert.