Kölliken

Überalterung und fehlende Mitglieder: Ein Verein steht vor dem Ende

Der Verein «Freunde des Dorfmuseums» hat das Museum jeweils finanziell unterstützt. Barbara Vogt

Der Verein «Freunde des Dorfmuseums» hat das Museum jeweils finanziell unterstützt. Barbara Vogt

Heute Abend entscheidet der Verein «Freunde des Dorfmuseums» über seine Auflösung. Die fehlenden Mitglieder und die Überalterung bedeuten wohl das Ende des Vereins, der das Dorfmuseum während Jahren finanziell unterstützte.

Der Verein «Freunde des Dorfmuseums» wurde vor rund 28 Jahren ins Leben gerufen – nun steht er kurz vor dem Aus. Der Vorstand hat auf heute Abend eine ausserordentliche Jahresversammlung einberufen, traktandiert ist die Auflösung des Vereins.

Dafür nennt Präsidentin Ursula Lienhard drei Gründe. Erstens wollen sie und drei andere Vorstandsmitglieder zurücktreten, dann bliebe von fünf Mitgliedern noch eines. Für diese Ämter habe sich bis jetzt noch niemand finden lassen.

Zweitens: «Wir können kaum mehr neue Mitglieder gewinnen», sagt sie. Bei der Gründung des Vereins waren es noch über 400 Mitglieder, heute sind es noch rund 280. Als dritten Punkt nennt Lienhard die sich daraus ableitende Überalterung im Verein.

Wichtige Stütze fällt weg

Ruedi Lüthi, Mitglied des Vereins, schreibt in einem Brief an die Aargauer Zeitung, dass der Verein nicht aufgelöst werden dürfe, er sei die Stütze des Dorfmuseums. «Er darf daher nicht sterben, sonst stirbt auch das Museum.»

Auch Christoph Haller, Präsident der Museumskommission, sagt, dass der Verein eine wichtige Stütze sei: «Dank der Unterstützung des Vereins konnten wir immer wieder kleine Projekte realisieren.»

Doch trotzdem kann er die Gründe für die beantragte Auflösung des Vereins nachvollziehen. Sollte es heute Abend zu einer anderen Lösung kommen, werde er diese unterstützen.

Ruedi Lüthi nennt mehrere Gründe für den Erhalt des Vereins. So könne man einzig mit der Mitgliedschaft im Verein Sympathie für das Museum ausdrücken. «Einer Museumskommission kann man nicht beitreten, denn deren Mitglieder werden vom Gemeinderat bestimmt», schreibt er.

Zudem könne der Verein mit den Mitgliederbeiträgen das Museum finanziell unterstützen. Der Verein könne spezielle Veranstaltungen organisieren und sei ein Forum für Museumsfreunde.

Ziel: Finanzielle Unterstützung

Der Verein wurde gegründet, um das Dorfmuseum finanziell zu unterstützen. «Unser Ziel war es, Geld zu sammeln und dieses jeweils bei Renovationen oder sonstigen Anschaffungen zur Verfügung zu stellen», sagt Ursula Lienhard.

Durch die Mitgliederbeiträge, die sich zwischen zehn und fünfzehn Franken bewegen, hätten diese Beträge ausbezahlt werden können.

Vor rund drei Jahren wurde das Dorfmuseum aufwendig renoviert. Daran beteiligte sich der Verein mit rund 30 000 Franken. «Das war ein grosser Teil unseres Vereinsvermögens», sagt Lienhard. Es sei der grösste Betrag gewesen, der je ausbezahlt wurde.

Mit der Auflösung des Vereins würde dieser finanzielle Zustupf wegfallen. «Wenn der Gemeinde etwas am Dorfmuseum liegt, sollte sie sich dafür einsetzen, dass das Museum auch nach der Auflösung des Vereins weiter bestehen kann», sagt Lienhard.

Und sie ergänzt: «Ich finde es schade, dass der Verein nun so abrupt aufgelöst werden soll, aber im Vorstand haben wir keine andere Lösung mehr gefunden.» Ruedi Lüthi hat sich jedoch bereit erklärt, im Vorstand mitzuarbeiten. Lienhard würde sich freuen, könnte die «letzte» Lösung doch noch abgewendet werden.

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