Beinwil am See

Über drei Hektaren Land sind auszonungsgefährdet – bei der Revision geht es um Millionen

Beinwil am See hat zu viel attraktives Bauland. (Bild: 12.2019)

Beinwil am See hat zu viel attraktives Bauland. (Bild: 12.2019)

Die zu gross dimensionierten Bauzonen plagen den Gemeinderat von Beinwil am See. Die Umsetzung des Volkswillen fordert: Der Aufwand ist gross, alles läuft nicht so schnell, wie erhofft. Gleichzeitig geht es um Millionen.

Es ist einer der interessantesten Fälle von Zonenplanrevisionen im Seetal. Das Grundproblem von Beinwil am See sind «die zu gross dimensionierten Bauzonen» (abschliessender Vorprüfungsbericht des Kantons). Und die Knacknuss für den ­Gemeinderat ist, dass der Souverän sogar mehr Auszonungen wünscht, als dies die Beamten in Aarau verlangen.

Dies brachten die Stimmbürger an der aus­serordentlichen Gemeindeversammlung im letzten Dezember klar zum Ausdruck, als sie sämtliche unüberbauten Parzellen in der Wohnzone W2b (ausgenommen das «Tschuepli») zur Prüfung von Auszonungen an den Gemeinderat zurückwiesen. Auf dem 1,93 Hektaren grossen «Tschuep­li» soll zudem neu statt einer faktischen Mehrfa­milienhaus- eine Landhauszone mit Ein- und Doppeleinfamilienhäusern (Ausnützung maximal 0,35 statt 0,45) entstehen.

«Momentan Gespräche mit Grundeigentümern»

Seit dieser Abstimmung ist ein halbes Jahr vergangen. Coronabedingt gab es keine Sommergemeindeversammlung, Gemeindeammann Peter Lenzin pflegt über das «Dorfheftli» über den Fortschritt der Planungsarbeiten zu informieren. Der Aufwand ist gross, alles läuft nicht so schnell, wie erhofft.

Es ist fraglich, ob die Auszonungen an der nächsten Wintergemeindeversammlung traktandiert werden können. «Momentan führen wir Ge­spräche mit Grundeigentümern von etwas mehr als 30 Parzellen mit einer Gesamtfläche von über 30'000 Quadratmetern», schreibt Lenzin. Ursprünglich waren über 100 Parzellen geprüft worden.

Die Gespräche, die jetzt durchgeführt werden, seien natürlich ergebnisoffen, schreibt Lenzin. «Nicht jede Parzelle, die wir uns anschauen, wird auch zur Auszonung vorgeschlagen; und nicht jede Auszonung ist entschädigungspflichtig.»

Der Prozess könnte ins Geld gehen

Aber der ganze Prozess könnte für die Gemeinde (Steuerfuss 102 Prozent) ins Geld gehen. «Wenn wir nur einen Teil auszonen und entschädigen müssen, so fallen der Gemeinde bei den aktuellen Landpreisen leicht Kosten von mehreren Millionen Franken an», schreibt Lenzin. Ein Qua­dratmeter Bauland mit Seesicht kostet in Beinwil am See (Pfnüsel-, nicht Goldküste) zwischen 1'000 und 1'200 Franken.

Lenzin betont, die finanziellen Folgen müssten noch nicht im Budget 2021, aber im Finanzplan der Gemeinde berücksichtigt werden.

Beinwil am See würde auch von der Überbauung des «Tschuepli» profitieren, dessen Land sich zu einem schönen Teil in ihrem Besitz befindet. Sie hatte vor der Herabzonung mit einem Verkaufserlös von 4,5 Millionen Franken gerechnet.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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