Unterkulm

Über 1000 Unterschriften für Tunnel – Kanton hält sich noch bedeckt

Beim Böhlerknoten kommen verschiedene Verkehrswege – Strassen und Schiene – zusammen. Eine Knacknuss.

Beim Böhlerknoten kommen verschiedene Verkehrswege – Strassen und Schiene – zusammen. Eine Knacknuss.

Beim Böhlerknoten in Unterkulm hat der Kanton eine WSB-Tunnel-Variante geprüft – so, wie es auch die «IG-Bahntunnel-Kulm» in einer Petition fordert. In den nächsten Wochen will der Kanton nun über das weitere Vorgehen orientieren.

Im Oktober schaltete sich die «IG Bahntunnel-Kulm» ins Geschehen rund um den Böhlerknoten in Unterkulm (Sanierung der Kantonsstrasse und die WSB-Eigentrassierung) ein. Und sie sorgt im Dorf für mächtig Furore. «Wir wollen Wellen schlagen», sagt denn auch Gründungsmitglied Kurt Hess, bekannt als Esterliturm-Läufer. Das Anliegen der Interessengemeinschaft: Der Kanton soll für das Strassenbauprojekt Böhlerknoten die Tunnelvariante für die WSB ernsthaft prüfen.

Dafür sammelt die IG nicht nur Unterschriften – aktuell sind es laut Hess über 1000, online und auf Papier –, die IG hat unter anderem die Zuständigen beim Kanton um eine Stellungnahme gebeten. Ein Gespräch fand letzte Woche statt. Mit dabei waren nebst den Vertretern der IG auch Gemeindeammann Emil Huber, Kantonsingenieur Rolf H. Meier und Alex Joss, Projektleiter beim Departement Bau Verkehr und Umwelt (BVU).

«Für uns ist es ein erster Erfolg, dass das Gespräch stattgefunden hat, und das in einer solch grossen Runde», sagt Kurt Hess. Insgesamt hätten sich Kantonsingenieur Meier und Projektleiter Joss über dreieinhalb Stunden lang Zeit genommen, hätten alle möglichen Varianten noch einmal vorgestellt und besprochen.

Kanton hält sich noch bedeckt

Allen voran die Variante T-Knoten mit Lichtsignalanlage, die seit der Präsentation im Juli 2018 als Favorit bekannt ist, dann die einfache Lösung einer Sanierung mit Bahnschranken inklusive Verlegung der Geleise, und natürlich das ursprüngliche Kreisel-Projekt mit Barrieren, gegen das sich Ende 2017 ungewohnt heftiger Widerstand formiert hatte. 82 Einwendungen und 32 Eingaben waren während der Auflage eingegangen. Auch hätten Meier und Joss die im Juli 2018 als «langfristige Variante» deklarierte Untertunnelung besprochen. «Dass der Kanton die Tunnellösung nun ernsthaft und detailreich geprüft hat, ist für uns als IG ein weiterer Erfolg», sagt Hess.

Was genau die Vertreter des Kantons der Runde vorgestellt haben und wie detailliert die Prüfung der Tunnel-Variante ausgefallen ist, darüber hält sich die Abteilung Tiefbau auf Anfrage noch bedeckt: «Kanton und Gemeinde haben in den vergangenen Monaten die vier Varianten, wie im Juli 2018 angekündigt, geprüft und stehen kurz vor der Festlegung des weiteren Vorgehens», so BVU-Mediensprecherin Simone Britschgi. Man habe aber die Option Tunnel gemeinsam mit der Gemeinde geprüft und mit Vor- und Nachteilen der anderen drei Optionen verglichen. «Auf detaillierte Informationen möchten wir momentan verzichten», so Britschgi weiter. An der Informationsveranstaltung im Juli 2018 war die Rede von einer Projektierungsdauer von rund 20 Jahren und Kosten von geschätzt 250 bis 300 Millionen Franken.

Auch Hess will nicht mehr verraten. «Es ist Sache des Kantons, die Öffentlichkeit über den Planungsstand der einzelnen Varianten zu informieren. Da wollen wir nicht vorpreschen.»

Tunnel soll in den Richtplan

Was ihm persönlich als Übergangslösung vorschwebt, ist eine Sanierung der Kantonsstrasse samt Sicherung der Bahnübergänge mit Lichtsignalanlagen oder Geländern. «Aber eine Verlegung des Trassees kommt für mich nicht infrage», so Hess. Und wie stellt er sich den Tunnel vor, von wo bis wo soll die Strecke unterirdisch geführt werden? «Wo die Portale und die unterirdischen Haltestellen stehen sollen und wie lange der Tunnel werden soll, müssen die Experten entscheiden.» Hess betont aber, dass die IG die im Juli 2018 vorgestellten Schätzungen des Kantons zu Projektierungsdauer und Höhe der Kosten anzweifle.

Wie geht es nun weiter? «Die Prüfung der Varianten durch Gemeinde und Kanton ist in der Schlussbereinigung», sagt Simone Britschgi vom BVU. «Kanton und Gemeinde werden in den nächsten Wochen das weitere Vorgehen bekannt geben.»

So lange die Hände in den Schoss legen will Kurt Hess nicht. «Wir wollen nun versuchen, die Tunnel-Variante in den kantonalen Richtplan zu bringen», sagt er. Da würden auch die vielen Unterschriften als Argument in die Waagschale geworfen: «Über 1000 Leute haben sich für die Tunnel-Variante ausgesprochen; das ist eine stattliche Zahl», sagt Hess. «Damit wollen wir Druck machen.»

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