Teufenthal
Über den Kreiselschmuck darf die Gemeinde noch selber bestimmen

Ein Kreisel soll die Verkehrssituation entschärfen. Gemeindeammann und Kantonsvertreter informierten über das Projekt, das Sagen hat jetzt aber der Grosse Rat. Nur der Kreiselschmuck ist Sache der Gemeinde.

Sibylle Haltiner
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Verkehrsknoten Herberge. R. Jaus

Verkehrsknoten Herberge. R. Jaus

Roland Jaus

Seit 16 Jahren wird um eine Lösung für den Knoten bei der Einmündung der Dorfstrasse in die Wynentalstrasse gerungen. Der Verkehrsfluss sollte vereinfacht und die Sicherheit der Fussgänger verbessert werden. Doch weder Niveauübergang, Unterführung noch die Kreiselpläne aus dem Jahr 2008 erlangten die Zustimmung der Bevölkerung.

Nun liegt das zweite Kreiselprojekt auf dem Tisch. Diesmal hat der Teufenthaler Souverän aber keine Wahl: Das Projekt steht in der Kompetenz des Grossen Rates, vor die Gemeindeversammlung kommt das Geschäft nicht mehr.

Trotzdem war das Interesse an der Infoveranstaltung vom Donnerstagabend gross. Gemeindeammann Urs Lehner versprach: «Vorschläge für Detailanpassungen und Verbesserungen werden entgegengenommen und geprüft.»

Einspurstrecke für Verkehrsfluss

Mit Visualisierungen und einem detaillierten Plan stellte Alex Joss, Projektleiter der Abteilung Tiefbau des Departements Bau, Verkehr und Umwelt, den neuen Kreisel vor. Vor der nördlichen Zufahrt entsteht eine Einspurstrecke für Rechtsabbieger, damit diese bei geschlossener Barriere den Verkehr nicht aufhalten.

Die Schmittengasse wird ausgebaut. Fussgänger, die von der alten Post her zum Bahnhof wollen, müssen das Perron am nördlichen Ende umgehen, Schranken sorgen für ihre Sicherheit.

Wie beim ersten Kreiselprojekt wird der Bus nicht mehr direkt zum Bahnhof fahren, sondern im Kreisel wenden und die Passagiere vor der alten Post ein- und aussteigen lassen. Dies wurde bereits früher beanstandet.

Ebenso hatten die Kosten bei der ersten Auflage für die Zurückweisung gesorgt. Diese sind insgesamt nun zwar mit 8,15 Millionen Franken deutlich höher, doch der Anteil der Gemeinde fällt mit 2,127 Millionen Franken geringer aus. «Wir haben nun ein besseres Projekt zu tieferen Kosten», resümierte Urs Lehner zufrieden. Auch die WSB übernimmt einen Anteil.

Der Grosse Rat hätte bereits letzte Woche über das Vorhaben entscheiden sollen, doch kam es nicht mehr zur Abstimmung. Diese wird nun voraussichtlich im März erfolgen. Doch die Gemeinde wollte die Besucher der Infoveranstaltung nicht ganz im Ungewissen lassen.

Der Küttiger Grossrat Daniel Wehrli hatte sich extra in den Fraktionen umgehört und konnte berichten, dass eine grosse Zustimmung herrsche.

Industrie und Gewerbe profitieren

Auch für die Zukunft des Injecta-Areals ist der Kreiselbau wichtig. Da die Zufahrt wegen der bevorstehenden Schliessung des Bahnübergangs nicht gesichert ist, dürfen zurzeit keine Umnutzungsbewilligungen erteilt werden, was die Belegung des Industriegebäudes einschränkt.

Mit dem Ausbau der Schmittengasse wäre ein erster Schritt für die Erschliessung getan.

Die geplante Haltestelle des Busses stiess wiederum nicht auf grosse Zustimmung. Einige Besucher befürchteten ausserdem, dass das Einbiegen in die Hauptstrasse nördlich und südlich des Kreisels noch schwieriger werde als jetzt.

Auch die Kapazität des Kreisels für das künftige Verkehrsaufkommen wurde hinterfragt. Aber eben: Das Sagen hat der Grosse Rat. Den Teufenthalern bleibt jedoch eine Entscheidungshoheit: Über den Kreiselschmuck darf die Gemeinde selbst bestimmen.