Schmiedrued

Trotz fehlender Erdschanze: Hohe Sprünge am Motocross in Schmiedrued

Der nicht bewilligte Erdsprung wurde durch eine Holzschanze ersetzt und machte das Motocross auf der Nützweid trotzdem zu einer Herausforderung für die Beteiligten

Für das 29. lizenzfreie Motocross auf der Nütziweid bekommt der Motoclub Ruedertal mit Streckenbauer Michael Leu Komplimente. «Sie haben das gut gelöst mit der neuen Pistenführung: flüssig gesteckt; Überholen ist möglich», sagt Markus Burgherr aus Zetzwil. Der Landwirt frönt seinem Hobby. Neue Pistenführung? Der Verein musste dieses Jahr auf Erdverschiebungen verzichten, weil die Besitzerin einer benachbarten Liegenschaft den Kanton darauf aufmerksam gemacht hatte, dass das in der Landschaftsschutzzone nicht gestattet ist (die az berichtete darüber). Obwohl am Montag nach dem Rennen jeweils alles «rückgebaut» war, wie Speaker Marcel Kümmerli sagt. Das Unverständnis für das Verbot ist da.

Manche Fahrer und vor allem auch Zuschauer bedauern, dass die Flüge von der «Grossschanze» der Vergangenheit angehören. Allerdings hofft der Moto Club auf einen positiven Bescheid aus Aarau: Heisst der Regierungsrat die Einsprache gegen den kantonalen Entscheid gut, kann nächstes Jahre wieder «geflogen» werden. Immerhin: Einen Sprung gab es auch am Wochenende. Man hat eine Holzschanze hingestellt. «Das kann glitschig und gefährlich werden, wenns nass ist», meint der Fahrer Peter Küng aus Triengen. Im sonntäglichen Training umfährt man sie. Eine Herausforderung ist auch die Kurve kurz nach dem Sprung.

Spass wird gross geschrieben auf der Nütziweid. Für Markus Burgherr, der mit seinem Sohn als Begleiter dabei ist, ist das Töfffahren ein Hobby, das Konzentration verlangt und ihn körperlich und geistig fordert. «Nachher geht’s dir wieder gut», lacht er. Mehr Ehrgeiz zu spüren ist bei den Rennen der Jungen. Aus der ganzen Schweiz, ja aus Süddeutschland fahren Eltern ihre Sprösslinge ans Rennen, und in Sachen Anspornen vom Pistenrand aus stehen die Mütter den Vätern in nichts nach.

Der Moosleerauer Holzhandwerker Damian Koller findet eine «gewisse Einschränkung», was die Sprünge angeht, nicht schlecht. Er ist seit Jahren in der Plauschklasse aktiv, und da sind die Gefährte selten so gut gefedert wie bei den Rennmaschinen. Dem Holzkünstler ist eines klar: Die Maschine muss weitestgehend aus Holz sein. Sein «Erlkönig», nicht minder aber auch die fantasievollen Motorräder seiner «Klassenkollegen», lassen das Publikum staunen und schmunzeln.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1