Reitnau
Trotz Chinaseuche: Freude am Zeigen der Tiere überwiegt

Die Kleintierzüchter haben am Sonntag ihre Jungtiere trotz der Seuchengefahr für Kaninchen ausgestellt

Sibylle Haltiner
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In Reitnau gabe es keinen Streichelzoo.

In Reitnau gabe es keinen Streichelzoo.

Melanie Gut

Zurzeit verunsichert die Chinaseuche viele Kaninchenliebhaber. Im Kanton Zürich verlor ein Züchter kürzlich beinahe seinen ganzen Bestand (az vom 4. Mai). Die Krankheit ist hoch ansteckend, vor allem von Tier zu Tier, und führt meistens innert 24 Stunden zum Tod durch innere Blutungen. Der neuerliche Ausbruch dieser Seuche fällt ausgerechnet in die Zeit der Jungtierschauen; viele Kleintierzüchtervereine haben in den letzten Tagen daher auf die Durchführung solcher Veranstaltungen verzichtet.

Aussteller kamen alle

Nicht so der Kleintierzüchterverein Reitnau-Triengen. Er entschied sich, am Sonntag die Jungtierschau auf dem Bollerhof wie geplant durchzuführen. «Wir haben uns eine Absage zwar überlegt», erklärte Vereinspräsident Markus Rey, «aber wenn man immer alles absagt, kommt man auf keinen grünen Zweig.» Die Gefahr, dass sich Kaninchen an dieser Veranstaltung anstecken, schätzte er als eher gering ein. «Zwischen dem Seuchengebiet und uns liegen ein paar Hügel.» Daher habe sich auch keiner der angemeldeten Aussteller zurückgezogen. Spezielle Vorkehrungen gegen die Übertragung der Seuche haben die Züchter nicht getroffen. Die Kaninchen sind alle in ihren Käfigen, einen Streichelzoo gab es bei den Schauen der Reitnauer Kleintierzüchter noch nie.

Auch die Aussteller waren sich einig, dass die Gefahr, die Seuche aufzulesen, sehr gering sei. Zudem bestehe immer ein gewisses Risiko, wenn man die Tiere aus ihrer gewohnten Umgebung herausnehme, meinten sie übereinstimmend. Der Wunsch, den hübschen Nachwuchs zu präsentieren und den Besuchern damit eine Freude zu machen, war stärker als die Angst vor der Seuche.