Die reformierte Kirchgemeinde Uerkheim gehört mit ihren 700 Mitgliedern zu den kleinsten Gemeinden im Kanton Aargau. Sie feiert im Jahr 2020 das 500-Jahr-Jubiläum ihrer Kirche. Dafür benötigt sie aber einen neuen Pfarrer und eine vollständige Kirchenpflege.

Pfarrer David Scherler und seine Familie ziehen nach acht Jahren im Uerkental Ende Jahr weiter. «Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zu unserem Pfarrer», sagt Oliver Huber, Mitglied der reformierten Kirchenpflege Uerkheim und zuständig für die Finanzen. Die reformierte Kirchgemeinde Uerkheim kann den künftigen Pfarrer nur noch zu 70 Prozent anstellen, bisher war es eine 100-Prozent-Stelle. Die Finanzen sind der Hauptgrund für die Reduktion. Die Kirchgemeinde Uerkheim – aber auch andere Kirchgemeinden im Kanton – erhalten seit der Neugestaltung des Finanzausgleichs per Anfang 2019, keine Beiträge mehr.

Gleichzeitig mit dem Weiterzug des Pfarrers gibt es auch Abgänge in der Kirchenpflege. So treten Ende Jahr die Präsidentin und zwei weitere treue Mitglieder zurück. «Langjährige Mitglieder haben das Recht abzutreten, das Amt darf nicht zur Last werden», sagt Oliver Huber weiter. Er und Peter Leuenberger – zuständig für die Liegenschaften – sind die beiden verbleibenden Kirchenpflege-Mitglieder. Ihnen und den gebildeten Kommissionen obliegt es nun, die Vakanzen zu besetzen. Eine Knochenarbeit. Sie benötigen einen neuen Pfarrer, einen neuen Präsidenten und mindestens zwei weitere Kirchenpflegemitglieder. Das Gremium sollte fünf, maximal sieben Personen umfassen, sagt Oliver Huber.

Präsidium ist entscheidend

«Vieles hängt von der Besetzung des Präsidiums ab», sagt Peter Leuenberger. Wenn man wisse, wer die Gemeinde leite, sei es einfacher, die Ämter zu besetzen. Die Zeit drängt: Am 23. September sind die Gesamterneuerungswahlen. Bis jetzt hat sich nebst Huber und Leuenberger glücklicherweise bereits eine Person zur Wahl angemeldet. Diese möchte das Präsidium aber nicht übernehmen.

Die Kirchenpflege Uerkheim kann ihren Mitgliedern auch noch keinen neuen Pfarrer zur Wahl vorschlagen. «Es liegen zwar Bewerbungen vor», sagt Oliver Huber. Er leitet auch das Präsidium der Pfarrwahlkommission. «Die Bewerber möchten aber wissen, wer ihr Vorgesetzter ist.» Weder Oliver Huber noch Peter Leuenberger können nebst ihren Ressorts das Präsidium der Kirchgemeinde übernehmen. Die Arbeit der Kirchenpflege erfolgt ehrenamtlich. «Die reformierte Kirchgemeinde Uerkheim befindet sich in einer grossen Veränderung», sagt Huber weiter.

Doch was, wenn weder Präsident, noch Pfarrer, noch weitere Kirchenpflegemitglieder gefunden werden? «Wenn wir keine neue Präsidentin oder einen Präsidenten finden, wird von der Reformierten Landeskirche Aargau ein Kurator eingesetzt und dieser leitet dann die Geschäfte», sagt Oliver Huber. «Das wird teuer, denn der Kurator wird nach Aufwand bezahlt.»

Ein Kurator ist teuer

Huber und Leuenberger führen viele Gespräche und sind mit Hochdruck daran, neue Mitglieder für die Kirchgemeinde zu finden. Sie haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich jemand aus der gut funktionierenden und breit verankerten Gemeinde finden lässt. «Es sind alle Mitglieder aufgerufen, mitzuhelfen und mitzusuchen», sagt Peter Leuenberger. «Alles in allem sind wir positiv gestimmt, diese Aufgabe zu meistern.»

Die Zeit drängt nicht nur betreffend Gesamterneuerungswahlen, hier besteht immer noch die Möglichkeit, des zweiten Wahlgangs im November. «Es müssten jetzt Gottesdienstpläne für das neue Jahr erstellt und die speziellen Kirchenanlässe geplant werden», sagt Oliver Huber. Natürlich könne Uerkheim mit einem Aushilfspfarrer ins neue Jahr starten oder die Gottesdienste auswärts in einer anderen Kirchgemeinde abhalten. «Doch wir wollen die Kirche im Dorf behalten.»