Hirschthal

Trotz 100 neuer Jobs: FDP wehrt sich gegen Industrieland

Diese Wiese zwischen Suhrentalstrasse und Suhre soll eingezont werden.

Diese Wiese zwischen Suhrentalstrasse und Suhre soll eingezont werden.

In Hirschthal geht es um die Schaffung von 100 neuen Jobs. Was Parteien zur Richtplan-Änderung sagen.

Eigentlich ist die FDP nicht dafür bekannt, dass sie der Wirtschaft Steine in den Weg legt. Und eigentlich sind die Freisinnigen gegenüber ihren Exponenten loyal. Im Fall von Hirschthal ist alles etwas anders. Dort spricht sich die FDP überraschend gegen die Einzonung des Siedlungsgebietes «Neumatte» zwischen der Suhre und der Suhrentalstrasse aus. Sie verzögert damit nicht nur die Zukunftssicherung von drei lokalen Betrieben und die mittelfristige Schaffung von 100 Jobs, sondern stellt sich gegen zwei Parteimitglieder: Sowohl der Hirschthaler Gemeindeammann Peter Stadler als auch der zuständige Gemeinderat Markus Goldenberger gehören dem Freisinn an.

Ein Gebiet näher beim Dorf soll eingezont werden

Damit die Firmen Pfiffner Messwandler, Jungheinrich Hubstapler und Meier Gartenbau expandieren können, möchte der Gemeinderat 2,48 Hektaren neues Gewerbeland schaffen. Als Kompensation sollen im Dorf 1,51 Hektaren ausgezont werden. Für die Umzonung ist eine Anpassung des kantonalen Richtplanes durch den Grossen Rat notwendig. Das entsprechende Mitwirkungsverfahren läuft heute ab. Die Stellungnahmen der wichtigsten Parteien liegen bereits vor.

Anders als im Fall «Hegmatte» Schöftland (WSB-Depot), wendet sich die FDP gegen die vorgeschlagene Einzonung. Die Abwägung zwischen den Nutzungsinteressen der ansässigen Gewerbebetriebe gegenüber den raumplanerischen Interessen betreffend Siedlung und Fruchtfolgeflächen sei «ungenügend», heisst es. Die Vorlage sei zur Ergänzung an die Gemeinde zurückzuweisen. Die FDP schlägt statt der «Neumatte» eine Einzonung der Surematte vor. Diese liegt etwas südlicher auf der anderen Seite der Suhre zwischen dem Bach und dem Dorf (Einfamilienhausquartier).

Ähnlich wie die Freisinnigen sehen es die Grünliberalen: Sie lehnen die Einzonung der «Neumatte» dezidiert ab: «Die Aufhebung des Siedlungstrenngürtels ohne Not und trotz Alternativen wäre ein unverzeihliches Präjudiz.»

«Passt perfekt in die bestehende Gewerbezone»

Die CVP beurteilt die Reduktion des Siedlungstrenngürtels als nicht gravierend. Sie fordert aber die 100-prozentige Flächenkompensation (bisher nur 60 Prozent). Das verlangt auch die SP. «Auf eine Reduktion der Fruchtfolgefläche um 0,96 Hektaren ist zu verzichten», schreiben die Sozialdemokraten. Aber: «Die suggerierte Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen ist wohl die grösste Motivation für eine positive Betrachtung des Projekts.»

Die SVP unterstützt die Richtplananpassung vorbehaltlos. In der Interessenabwägung sei die Schaffung von 100 neuen Arbeitsplätze und die Erhaltung von 580 weiteren wichtiger als der Verlust von 0,96 Hektaren Fruchtfolgeflächen. «Das Gebiet ‹Neumatte› passt sich perfekt in die bestehende Gewerbezone ein und ist mit dem öffentlichen Verkehr sehr gut erreichbar», so die SVP.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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