Su(h)rental
Triengen und Reitnau wollen das Label

An einer grenzüberschreitenden Tagung tauschten sich die Behörden der Aargauer und Luzerner Grenzgemeinden über Energie und Altersprojekte aus.

Peter Weingartner
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Gemeinderat Willy Berger stellte das Wohnprojekt Dörfli vor. wpo

Gemeinderat Willy Berger stellte das Wohnprojekt Dörfli vor. wpo

Im Su(h)rental reden die Behörden der Luzerner und der Aargauer Gemeinden regelmässig miteinander. Am Donnerstag taten sie dies in Triengen, nächstes Jahr ist Moosleerau dran. Der Reitnauer Gemeinderat Willy Berger stellte das Projekt «Im Dörfli», das in Attelwil entstehen soll (AZ vom 18. Februar 2011) den Luzerner Gemeinden Triengen, Büron, Schlierbach, Geuensee und Knutwil vor.

Breites Angebot

Das Mehrgenerationenprojekt auf dem Land von Werner Hochuli sieht ein breites Angebot vor: Wohnungen für unterschiedliche Altersgruppen, Einrichtungen für Temporärpflege und Entlastungspflege, ein Hospiz, Gemeinschaftsräume für Freizeitaktivitäten, Gesundheitsräume für Therapien und Wellness, ein Café, eine Kinderkrippe und ein HMO-Zentrum. Was halten die Luzerner Gemeinden davon? Der Tenor war durchwegs positiv, grundsätzlich, doch alle Gemeinden haben bereits Angebote für das Wohnen im Alter oder planen solche. Die Devise, bei aller Sympathie: die Leute im Dorf behalten. Auch für Reitnau bleibt, so Gemeindeammann Regina Lehmann, Schöftland erste Wahl, obwohl sie es toll fände, wenn das Vorhaben gelänge.

Knackpunkt Finanzierung

Vor allem scheut man eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde. Gemäss Willy Berger soll die Finanzierung aber auf privater Basis erfolgen: Banken und Versicherungen seien interessiert an Investitionen. Er, wie auch die anderen Initianten des Vereins Convivenda (www.convivenda.ch) mit Geschäftsführerin Ursina Häfliger an der Spitze, arbeiten ehrenamtlich. Kritische Frage von Luzerner Seite: Was, wenn Attelwil plötzlich für die Pflegefinanzierung bezahlen muss, weil die betagten Personen in der Gemeinde angemeldet sind?

In Holziken will die Stiftung Wendepunkt, ein auf christlicher Grundlage arbeitendes Sozialunternehmen, nächstes Jahr ein Mehrgenerationenprojekt realisieren: Drei Mehrfamilienhäuser mit 21 Wohnungen. Der Verein Convivenda betreibt das Projekt in Holziken und sieht es als Pilotprojekt für das Vorhaben in Attelwil.

Energiestadtlabel

Triengen, so konnte Gemeindepräsident Martin Ulrich verkünden, erhält im November das Label als Energiestadt. Reitnau ist auch dran, doch, so war den Voten von Regina Lehmann und Willy Berger zu entnehmen, es harzt.So musste Triengen kaum Investitionen tätigen, sondern bloss Zeit und rund 15000 Franken für Begleitung und Audits investieren, um zu diesem Label zu kommen, während Reitnau hohe Kosten fürchtet. Wie das? Ein Beispiel: Statt Schulhäuser zu sanieren, schulte man das Personal und kann so Heizkosten sparen, sagte Gemeinderat Josef Fischer. Reitnau fühlt sich im Vergleich nicht so gut beraten und will sich bei Triengen genauer informieren. Willy Berger: «Sepp, ich komme auf dich zu!» Im Februar informiert der Regionale Entwicklungsträger Sursee-Mitteland, dem 19 Luzerner Gemeinden angehören, über das Thema. Auch Reitnau, Moosleerau und Schmiedrued-Walde erhalten eine Einladung.

Vorderhand eine Luzerner Angelegenheit ist das Projekt «Surentaler Energie», geboren aus einer Initiative von Nationalrat Otto Ineichen. Es hat längerfristig (30 bis 50 Jahre) die Energieunabhängigkeit des Tales zum Ziel.

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