Muhen
Traum wird wahr: Vom Basketball-Platz neben dem Telli-Hallenbad direkt in die NLA

Der Muhener Basketballer Philippe Sager hat sich beim Basler Team Starwings Basket in der höchsten Spielklasse auf Anhieb etabliert. 14 Jahre spielte er davor für den Basketballclub Alte Kanti Aarau und stieg dort bis in die Nationalliga B auf.

Fabio Baranzini
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Philippe Sager auf dem Basketballcourt in der Aarauer Telli, wo er sich auf seine erste NLA-Saison vorbereitet hat.

Philippe Sager auf dem Basketballcourt in der Aarauer Telli, wo er sich auf seine erste NLA-Saison vorbereitet hat.

Fabio Baranzini

Vier Basketballkörbe stehen auf dem roten Platz direkt neben dem Telli-Schwimmbad in Aarau. Die weissen Bretter sind teilweise mit Graffiti-Schriftzügen verschmiert worden und die Stahlringe mit den Netzen aus Metallketten haben auch schon bessere Zeiten erlebt.

Auf diesem Platz, der auf drei Seiten von einem hohen Zaun umgeben ist, hat sich Philippe Sager aus Muhen während der Sommermonate auf seine bislang grösste Herausforderung vorbereitet: die erste Spielzeit in der Basketball-Nationalliga A.

Nur ein Ballwurf von diesem Basketballcourt in der Telli entfernt befindet sich die Halle des Basketballclubs Alte Kanti Aarau. Der Verein, für den Sager seit seinem siebten Altersjahr spielt.

Oder genauer, gespielt hat. Im letzten Sommer wechselte er nach 14 Jahren den Club. Und das nicht ganz freiwillig. Nachdem Sager mit den Aarauer Basketballern aus den Niederungen der 2. Liga bis in die Nationalliga B aufgestiegen und dort gleich drei Titel gewonnen hatte, wäre der nächste logische Schritt der Aufstieg in die Nationalliga A gewesen.

Doch den Aarauern fehlte das nötige Geld und so entschied sich die Vereinsführung, die erste Männermannschaft zurückzuziehen. Ein Entscheid, den Sager bedauert. «Ich hätte gerne mit Aarau in der Nationalliga A gespielt», sagt er. Es war aber ein Entscheid, der Sager eine Tür geöffnet hat.

Kampf um jede Spielminute

Noch während der letzten NLB-Saison mit der Alten Kanti wurde Philippe Sager vom Trainer des NLA-Teams Starwings Basket aus Basel kontaktiert. «Ich habe nicht sofort zugesagt, denn ich wollte die Saison mit Aarau zuerst so gut wie möglich zu Ende spielen.

Aber nach dem Rückzug des Teams war für mich klar, dass ich die Möglichkeit, für die Starwings in der Nati A zu spielen, wahrnehmen will», so Sager, der neben dem Basketball an der ETH in Zürich Lebensmittelwissenschaft studiert.

Der Wechsel zu den Starwings war jedoch mit einem gewissen Risiko verbunden. In der Vergangenheit hatten wiederholt junge Schweizer Athleten versucht, bei den Baslern Fuss zu fassen. Doch die meisten kamen nicht über eine Statistenrolle hinaus und verliessen den Verein bald wieder.

Dieses Risikos war sich auch Sager bewusst. «Der Trainer meinte, ich würde wohl fünf bis zehn Minuten Spielzeit bekommen pro Partie», so Sager. «Das ist zwar nicht viel, aber ich bin es gewohnt, dass ich mir meine Spielminuten erkämpfen muss. Das war auch in Aarau am Anfang so.»

Besser als erwartet

Im Wissen, dass er um jede Spielminute kämpfen muss, hat Philippe Sager in den Sommermonaten neben dem regelmässigen Training auf dem Basketballplatz in der Telli auch intensiv im Kraftraum gearbeitet. Fünf Kilo Muskelmasse hat er in dieser Zeit zugelegt.

Und dieser Aufwand hat sich für den jungen Müheler Basketballer, der heute seinen 22. Geburtstag feiert, gelohnt. In den bisherigen sieben NLA-Spielen ist Sager jedes Mal eingesetzt worden und stand im Schnitt 17 Minuten auf dem Parkett.

«Ich bin selber überrascht, dass es gut läuft», so Sager. «Mir hat es sicherlich geholfen, dass ich flexibel auf zwei Positionen einsetzbar bin und in dieser Saison nur noch drei und nicht mehr vier Ausländer pro Team eingesetzt werden dürfen.»

Doch obwohl Sager sich auf Anhieb in der Nationalliga A etablieren konnte, gibt er sich damit noch nicht zufrieden. «Ich will noch konstanter spielen und in jeder Partie mehr Verantwortung übernehmen und mehr Punkte erzielen», sagt er.

Den nächsten Anlauf, um diese Ziele umzusetzen, nimmt Philippe Sager morgen Abend im Heimspiel gegen Union Neuchâtel (17.30 Uhr, Sporthalle, Birsfelden).

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