Aluminiumgiesserei

Traditionsfirma AMG schliesst auf Ende Jahr in Gontenschwil ihre Tore

Das Werk der AMG in Gontenschwil.

Das Werk der AMG in Gontenschwil.

Die Aluminiumgiesserei AMG in Gontenschwil will ihre Produktion nach über hundert Jahren im Dorf aufgeben. Ausschlaggebend war die Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Aber auch andere Gründe dürften eine Rolle gespielt haben.

Der Entscheid kam überraschend: Die AMG Gontenschwil wird per Ende Jahr ihren Betrieb einstellen. Die Mitarbeiter wurden am Donnerstag vom Verwaltungsrat informiert, wie das «Wynentaler Blatt» schreibt. Damit verliert die Gemeinde Gontenschwil ein traditionsreiches Unternehmen – seit 112 Jahren gehörte es zum Dorf. Nach eigenen Angaben ist die AMG weltweit die älteste Aluminiumgiesserei.

Die Schliessung war von aussen kaum vorhersehbar, weil sich die AMG in den letzten Jahren zu einem florierenden Unternehmen entwickelt hat. In Gontenschwil werden vor allem grosse Bauteile hergestellt: Motorenblöcke für Dieselmotoren, Drehlager für Computertomographen und Pressplatten für Generatoren. Am bekanntesten ist die Giesserei wohl als Hersteller von Traversen für ICE-Züge – in diesem Bereich erhielten sie sogar Grossaufträge aus China.

Gerüchte über Entlassungen gingen herum

Doch unter der Oberfläche des scheinbaren Erfolgs brodelte es. Die AMG baute zwar in Rumänien ein angeblich erfolgreiches Zweitwerk auf, doch in Gotenschwil war gemäss «Wynentaler Blatt» schon seit längerem ein Grossteil der Belegschaft temporär angestellt. Bereits zum Jahresende habe das Gerücht um eine Kündigungswelle die Runde gemacht. AMG-Chef Georg Vaas räumte damals ein, dass die Vertragsverhandlungen mit den Chinesen immer zäher würden, weil diese bereits selber Traversen produzieren. Das Problem: 90 Prozent der Produktion in Gontenschwil entfallen auf ICE-Traversen.

Tochter übernimmt Werk in Rumänien

Anfang des Jahres kam dann für die AMG der Hammerschlag: die Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Dies war laut Vaas letztlich ausschlaggebend für die Schliessung. Ein weiterer Grund könnte jedoch auch sein, dass sich Georg Vaas' Tochter dazu entschied, das Werk in Rumänien zu leiten – und nicht das in Gontenschwil.

Die Schliessung soll nun ohne Zeitdruck erfolgen. Die bis vor kurzem 60-köpfige Belegschaft wird bis im August auf 30 Personen reduziert und danach auf 10 Personen. Das 25'000 Quadratmeter grosse Areal soll dann eine Umnutzung erfahren, an der die verbleibenden Mitarbeitern noch beteiligt sein werden. (bas)

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