Reinach

Theatersaison startet im Industrieareal

© Melanie Eichenberger

Jung, regional und altbewährt – das Kulturhaus TaB startet in die neue Saison.

Pünktlich auf den Herbstanfang flattert sie wieder ins Haus: die Programmzeitung des Theaters am Bahnhof (TaB) in Reinach. Den beiden Betriebsleitern Clo Bisaz (Theater) und Bruno Maurer (Kino) ist es für die Saison 2018/19 erneut gelungen, einen bunten Mix an Kino, Theater, und Musik zusammenzustellen. Dabei war es den beiden wichtig, junge Veranstaltungen ins Haus zu holen, um so jüngere Generationen nachzuziehen. «Wir müssen immer aufpassen, dass wir aktuell bleiben», sagt Bisaz. Aber auch Altbewährtes habe weiterhin Platz.

Zudem sei dem TaB der regionale Bezug wichtig. «Wir sind daran interessiert, Stücke aus der Region hierher zu bringen», so Bisaz. Ganz nach dem Motto: «Ein Haus der Region.» Und genauso macht am 18. Oktober das Atelierkino den Auftakt der Saison. Die neue Reihe «Salongespräche», die Anfang Jahr im Rahmen der Eigenproduktion lanciert wurde, präsentiert den Film der in Beinwil am See wohnhaften Filmemacherin Nathalie Oestreicher. «Apfel & Vulkan» – eine Geschichte über den Tod, Erinnerungen, Familie und Freundschaft. Nach der Filmvorführung sprechen Maurice Velatti (SRF-Radiomoderator) und die Regisseurin über den Film und stellen sich den Fragen des Publikums.

Abstecher ins Industrieareal

Und auch die Theatersaison startet mit regionalem Bezug. Marie & Robert – ein Schauspiel in drei Akten des Aargauers Paul Haller wird am 20. Oktober aufgeführt. Das Mundartstück stammt aus dem Jahr 1917 und wird vom Ensemble des Theater Marie auf die Bühne gebracht. Das Spezielle: Das Stück spielt nicht etwa im TaB selbst, sondern in der angrenzenden Voco-Halle. «Das verlassene Industrieareal bietet die perfekte Umrahmung», heisst es in der Programmzeitung. Die Geschichte des Stücks handelt von der prekären wirtschaftlichen Situation einer Kleinfamilie in den Zwanzigerjahren und spielt mit und auf engstem Raum.

Eine Bühne als solche existiere nicht, gespielt werde in einer Art Bauwagen. «Die Zuschauer erhalten Kopfhörer und sind so mitten im Geschehen», erklärt Bisaz. Ein ganz besonderes Theatererlebnis – das je nach Witterung auch warme Kleidung fordert. «Die Halle wird nicht geheizt», so Bisaz. Erstmals bietet das TaB eine Einführung ins Stück, diese wird im Theatersaal abgehalten.

Weiter ist im TaB die Band Šuma Čovjek zu hören oder der Internet-Star Willy Nachdenklich zu sehen sein. Und auch für Kinder oder Tanzbegeisterte bietet die erste Saisonhälfte etwas. Alle Veranstaltungen sind unter www.tab.ch zu finden. «Was noch nicht so bekannt ist, das TaB kann man auch mieten», werben die beiden Betriebsleiter.

Es wird bequemer im Kino

Das Atelierkino ist nach einer langen Sommerpause seit Ende August wieder offen und hofft nun auf Kinowetter. «Es ist gut angelaufen und der Kinoherbst hat einiges zu bieten», so Bruno Maurer. Aktuell sei es aber vielen noch zu warm für Kino.

Neben dem laufenden Kinoprogramm hat sich auch die Vorführung eines Kultfilms im Programm etabliert. «Einmal im Monat zeigen wir einen Film mit Kultstatus», sagt Bruno Maurer. Was sogar über die Region hinaus gut ankomme. Und das soll auch so bleiben. Eben haben Swisslos und private Geldgeber 20 000 Franken gesprochen, um die in die Jahre gekommene Kinobestuhlung zu restaurieren. Dies wird aber wohl erst nach der Kinosaison passieren.

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