Volles Haus am Samstag im Theater am Bahnhof in Reinach: Mit dem Stück «Der Rekord» gastiert das Theater Salto und Mortale. Auf der Bühne steht eine weisse Kombination, einem Küchenkasten ähnlich, mit verschiedenen Türen und Türchen. Die Programme werden den Zuschauern im Saal von einem Koch, einem Sportler und einer bunt gewandeten Kioskfrau verteilt: Es sind die Schauspieler selber, die bereits vor dem ersten Auftritt mit dem Publikum Kontakte knüpfen.

«Das gehört zu diesem Stück», sagt Clo Bisaz, «wir spielen den ‹Rekord› auch häufig an Schulen und platzieren die Schüler gleich selber.» Für Bisaz ist die 101. Aufführung des «Rekords» in Reinach ein Heimspiel. Als Präsident gestaltet er mit dem TaB-Verein die Theatersaison, dieses Jahr unter dem Motto «Die Bündner kommen». Bisaz, selber ein Bündner, sagt denn auch bei der Begrüssung des Publikums: «So bin ich heute mit Schwergewicht auch der Bündner.»

Ein Alltagsthema auf der Bühne

«Der Rekord» erzählt die Geschichte von drei Figuren, die in einem Wohnhaus zusammentreffen und auf ganz unterschiedliche Art leben. Vollmeier (Bisaz) verdient sein Leben als Güggeli-Brater und kocht in der Freizeit leidenschaftlich gern. Frau Süess, Kioskfrau (Widmer), teilt mit Vollmeier abends die Resten, Güggeli mit Biberli, ja, am freien Montag kochen die beiden jeweils miteinander. Bis dann plötzlich der Asket und Sportler Stahl (Truttmann) in die oberste Wohnung einzieht und die Idylle ziemlich durcheinanderbringt.

Das Stück des Autors und Regisseurs Adrian Meyer nimmt die aktuelle Diskussion um Fitness, Genuss und Rekordsucht auf humorvolle und geistreiche Art auf. «Das Theaterstück ist so komponiert, dass sowohl Erwachsene wie auch Kinder und Jugendliche sich daran freuen können und etwas mitnehmen.»

Ein ganzes Theater im Transporter

«Der Rekord» ist die dritte Produktion, mit der das Theater Salto und Mortale in der ganzen Deutschschweiz unterwegs ist. Die drei Schauspieler, Thomy Truttmann, Charlotte Widmer und Clo Bisaz sind ein eingespieltes Team, das wird dem Zuschauer sofort bewusst, Text und Bewegung, Licht und Ton sind äusserst präzis aufeinander abgestimmt.

Die Bühnenbildnerin Bernadette Meier, sie war bereits für die Vorgängerproduktion («Mad&Bad&Sutherland») für die Bühne verantwortlich, hat diesmal einen genialen Wurf auf die Bühne gestellt. Die ganze Geschichte rund ums Essen spielt in einem Wohnhaus. Auf der Bühne bespielt das Ensemble einen weissen und überdimensionierten Küchenschrank. Das lässt auch der Fantasie der Zuschauer viele Türen offen. «Die ganze Bühne, Kulissen, Beleuchtung und Tonanlage müssen in unserem Transporter Platz haben», sagt Bisaz. So ist es möglich, dass die drei Spieler ihr Fahrzeug beladen und dann gemeinsam den nächsten Aufführungsort ansteuern: Kleinbühnen und Schulen.

Über hundert Aufführungen, wie schafft man das? Das hänge mit der Professionalität zusammen, erklärt Clo Bisaz. «Wir funktionieren als Team.» Da dürfe Teamgeist kein leeres Wort sein. Sie kennten einander, akzeptierten die Eigenheiten des Bühnenpartners. Ganz wichtig sei der gemeinsame Start zu einer weiteren Aufführung: die gemeinsame Hinfahrt, der Bühnenaufbau, das Einspielen. «Das ist ein Ritual und lässt uns vom Alltag ins Stück eintauchen.» So wisse man, wenn alles bereitsteht, sagt Bisaz, «jetzt bin ich die Figur und es geht los».

Die begeisterten Zuschauer im TaB dankten den drei Spielern mit grossem Applaus.