Reinach
Theater am Bahnhof feiert 30 Jahre mit «Kapelle Eidg. Moos»

Am Samstag startete das Theater am Bahnhof (TaB) in die 30. Saison. Eine Erfolgsgeschichte seit 1984.

Peter Siegrist
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Die Kapelle Eidg. Moos spielt für den Vorstand Stücke aus ihrem Repertoire ins Telefon. Von links: Herwig Ursin, Ruedi Häusermann und Jan Ratschko

Die Kapelle Eidg. Moos spielt für den Vorstand Stücke aus ihrem Repertoire ins Telefon. Von links: Herwig Ursin, Ruedi Häusermann und Jan Ratschko

Peter Siegrist

Vor dreissig Jahren, am 26. November 1984, ist das stillgelegte Kino Sommer in Reinach zu neuem Leben erwacht. Initiative und kulturinteressierte Menschen um den Inhaber der Immobilie, Ingenieur Werner Stauffacher, gründeten einen Verein und erarbeiteten ein Betriebskonzept. Die erfolgreiche Geschichte des Reinacher Kulturhauses nahm ihren Lauf. Kulturhaus deshalb, weil das Kinogebäude vor 30 Jahren in einem Umbau zweigeteilt wurde: Im Erdgeschoss das Kleintheater mit Bühne und im 1. Obergeschoss ein Atelier Kino.

Der Präsident des TaB-Vereins, Clo Bisaz, wies vor der Samstagsaufführung in seiner Grussadresse vor zahlreichen Gästen darauf hin, dass der Betrieb des Hauses ohne die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer schlicht nicht möglich wäre. «Dank deren unermüdlichem Einsatz ist das TaB seit 30 Jahren zu einem Treffpunkt und Gastgeber für Künstler und ein breites Publikum geworden. «Die Solidarität zu unserem Kulturhaus ist gross. Gemeinden, Kanton, Firmen der Region unterstützen uns jedes Jahr tatkräftig», sagte Bisaz. Ebenso hätten Handwerker aus der Region regelmässig Leistungen erbracht und mitgeholfen, dass das Gebäude und die Einrichtungen in gutem, funktionstüchtigem Zustand blieben. «Wir sind ihnen allen dankbar für das, was sie dem Theater und dem Kino alles zukommen lassen, seien es Geldbeträge oder Arbeitsleistungen», sagte Bisaz.

Der Reinacher Gemeindeammann, Martin Heiz, erinnerte sich in seiner Rede an seine Jugendzeit. Er wisse noch, wie er sich als 17-Jähriger ins Kino Sommer geschlichen habe, um «Das Wunder der Liebe» von Oswald Kolle zu sehen. Reinach habe das TaB bereits bei der Gründung unterstützt, erklärte Heiz. So habe er in alten Protokollen gelesen, dass die Gemeinde bei der Gründung dem TaB sämtliche Bau-Gebühren erlassen habe und zum Start den Heizöltank füllen liess. Im Protokoll stand: «Das Heizöl ist als Beitrag an eine kulturelle Veranstaltung abzubuchen.» Als der Kanton seinen Gründungsbeitrag von den Beiträgen Reinachs und den umliegenden Gemeinden abhängig gemacht habe, «da lieferte Reinach noch einmal Heizöl.»

Kapelle Eidg. Moos zum Auftakt

Vor einem bis auf den letzten Sitz gefüllten Saal trat zum Saisonauftakt die «Kapelle Eidg. Moos» auf. Ruedi Häusermann, Herwig Ursin und Jan Ratschko gehören mit ihrer Ländlerkapelle in die Kategorie freischaffende, experimentierfreudige Musiker. Sie folgen dem Motto «Ländler wollen mitreden».

Die Zuschauer erlebten mit, wie die Kapelle für einen Auftritt probt und experimentiert. Und wie sie plötzlich für den Ausklang des Unterhaltungsabends im Dorf nicht mehr engagiert wird. Das ist bitter, haben die drei doch soeben einen Fernsehauftritt zugunsten des Vereinsabends abgesagt. Nur, das Schicksal meint es gut, ein Blitzschlag zerstört das Keyboard des vom Vorstand engagierten Alleinunterhalters und die Kapelle kommt am Schluss doch zum Zug. Der Abend lebte aus der Verbindung von Texten von Robert Walser, der Situationskomik und den perfekt gespielten Musikstücken sowie von den vielen spielerischen Details und dem wandelbaren Bühnenbild.