Muhen

Teuer aber vernünftig: Die Jugend setzt den Spaten an

Für einmal sind nicht die Grossen die Protagonisten beim Spatenstich. Im Hintergrund (von links): Schulleiter Martin Imhof, Bauverwalter Andreas Schmucki, Gemeindeammann Andreas Urech, Architekt Jann Stoos und Schulpflegerin Patrizia Knechtli.

Für einmal sind nicht die Grossen die Protagonisten beim Spatenstich. Im Hintergrund (von links): Schulleiter Martin Imhof, Bauverwalter Andreas Schmucki, Gemeindeammann Andreas Urech, Architekt Jann Stoos und Schulpflegerin Patrizia Knechtli.

In der Gemeinde Muhen kann mit dem Bau der neuen Schulgebäude begonnen werden.

Muhen präsentiert sich dieser Tage im festlichen Tenue. Die Gemeinde-, Kantons- und Landesfahnen entlang der Hauptstrasse und die Girlanden rund um das Schulgelände signalisieren: Hier steht Grosses bevor. Im Dorf hat gestern Mittag das Jugendfest begonnen, für das die Schüler in den Schulstunden am Vormittag noch eifrig am Vorbereiten waren. Mit dem Motto «Zeitmaschine 1950 bis 2015» werden heuer das abgebrochene und das zukünftige Schulhaus geehrt.

Schulhaus als Energieproduzent

Mit dem gestrigen Spatenstich zum neuen Schulgebäude wurde das zweite bedeutende Ereignis des Wochenendes begangen. Gemeindeammann Andreas Urech und Schulleiter Martin Imhof reichten die Spaten dazu gleich den Schülern persönlich. Auf der Stelle, wo sich momentan eine gigantische Grube öffnet, entsteht in den nächsten Monaten ein zweistöckiges Schulgebäude mit Doppelturnhalle im unteren und Primarschule im oberen Geschoss.

Daneben kommt ein neuer Kindergarten zu stehen. «Die schulischen Anforderungen haben sich in den letzten 70 Jahren grundsätzlich verändert. Der Neubau erfüllt die Bedingungen an geeignete Räume, um die neuen pädagogischen Konzepte umzusetzen», sagte Schulleiter Imhof.

70 Jahre alt waren Schulhaus und Turnhalle Süd bei ihrem Abriss. Eigentlich noch kein hohes Alter für Schulgebäude, das alte Schulhaus Ost gleich nebenan hat Jahrgang 1898. Als die 2012 durchgeführte Schulraumplanung ergab, dass die Gebäude Süd in baulich schlechtem Zustand waren, musste sich die Gemeinde zwischen Sanierung und Neubau entscheiden.

Teurer, aber vernünftig

Obwohl leicht teurer, hat man sich aufgrund der Vorteile, die moderne Bauweisen mit sich bringen (tiefere Unterhaltskosten, Abstimmung auf Nutzung von Schule und Vereinen) für den Neubau entschieden. Dafür sprach die Gemeindeversammlung im Herbst 2016 einen Kredit von 23 Millionen Franken und genehmigte die Erhöhung des Steuerfusses von 110 auf 115 Prozent.

Das von Müheler Schülern zum Spatenstich angestimmte Lied «Wir sind zusammen unterwegs» hätte also nicht besser zum Ereignis passen können. Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage installiert, die alle Schulgebäude des Areals mit Energie versorgen kann. Auf das Label «Minergie» hat die Gemeinde dennoch verzichtet, wie Architekt Jann Stoos sagt. Ein solches würde ein Lüftungssystem mit permanent geschlossenen Fenstern erfordern. Aus pädagogischen und praktischen Überlegungen habe man es als wichtiger erachtet, in einer Schule Fenster öffnen zu können, als sich mit dem Zertifikat zu schmücken, so Stoos.

Während der Bauphase werden die Schüler des Schulhauses Süd im Ausweichgebäude unterrichtet, dem ehemaligen Gasthof Waldeck auf der anderen Seite der Hauptstrasse. Von dort werden sie die Entstehung ihres neuen Schulhauses Schritt für Schritt mitverfolgen können.

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