Moosleerau

Tempo 30 auf der Hauptstrasse hat kaum Chancen

Der Fussgängerstreifen beim Volg soll ungefähr 80 Meter Richtung Kirchleerau verschoben und mit einer Mittelinsel versehen werden. Damit soll die Sicherheit für Fussgänger verbessert werden. EFu/Archiv

Der Fussgängerstreifen beim Volg soll ungefähr 80 Meter Richtung Kirchleerau verschoben und mit einer Mittelinsel versehen werden. Damit soll die Sicherheit für Fussgänger verbessert werden. EFu/Archiv

Gegen die Lärmbelastung sind Massnahmen geplant, das hohe Verkehrsaufkommen auf der Hauptstrasse bleibt aber ein Problem.

Bis 15 000 Fahrzeuge werden in 20 Jahren täglich die Luzernerstrasse in Moosleerau passieren, auf rund 3700 Bewegungen schätzen die Experten des Kantons das zukünftige Verkehrsaufkommen auf der Attelwilerstrasse. Grund genug, Lärmschutzmassnahmen zu ergreifen und die Anwohner insbesondere beim Einbau von Schallschutzfenstern finanziell zu unterstützen. Der Kanton hat daher ein Sanierungsprojekt für die Strassen K 108 und K 326 erarbeitet, am Mittwochabend informierten die Verantwortlichen über die Details.

260 Personen sind betroffen

In Moosleerau kommt es bei 40 Liegenschaften und sieben unbebauten Parzellen zu einer Überschreitung der Immissionsgrenzwerte, etwa 260 Personen sind davon betroffen. Der freiwillige Einbau von dreifach verglasten Schallschutzfenstern bei den lärmbelasteten Häusern wird zu 50 Prozent von der öffentlichen Hand unterstützt, in Schlafräumen können zu denselben Konditionen zusätzlich Schalldämmlüfter montiert werden, welche bei geschlossenen Fenstern die Frischluftzufuhr gewährleisten. Die Umsetzung der Massnahmen ist für das dritte Quartal 2016 vorgesehen.

Zusätzlich sind der Einbau von lärmarmen Strassenbelägen und die Errichtung von Einfahrtsbremsen beim Dorfeingang geplant. Während diese Massnahmen auf der Attelwilerstrasse bereits bei der laufenden Sanierung realisiert wurden, ist die Belagserneuerung der Luzernerstrasse erst in mehreren Jahren fällig.

Abbiegehilfe auf gutem Weg

Doch auch punkto Verkehrssicherheit besteht Handlungsbedarf in Moosleerau. «Es fahren besonders viele Lastwagen durch das Dorf, die in Sursee die Autobahn verlassen und bis Kölliken auf der Kantonsstrasse fahren. Die Lastwagen nehmen die Kantonsstrasse durch unser Tal, um Schwerverkehrsabgaben zu sparen», erklärte Vizeammann Andreas Keller. Daher wurde unter Einbezug von Kirchleerau eine Arbeitsgruppe gegründet, die dem Kanton Vorschläge zur Verbesserung der Sicherheit unterbreitet hat. «Einige dieser Ideen stiessen auf offene Ohren und werden wohl in nächster Zeit umgesetzt», meinte Keller.

So soll bei der Abzweigung Richtung Attelwil, wo viele Kinder auf ihrem Weg zum Schulhaus mit dem Fahrrad abbiegen müssen, eine Einspurstrecke markiert werden. Der Fussgängerstreifen beim Volg wird wohl ungefähr 80 Meter Richtung Kirchleerau verschoben und mit einer Mittelinsel versehen. Auch den Bau eines Kreisels bei der Einmündung der Zinggen- und der Moosstrasse in die Luzernerstrasse hat die Arbeitsgruppe vorgeschlagen. Diesem Vorhaben stehe der Kanton jedoch skeptisch gegenüber, meinte Keller. «Es ist aber eine Begehung geplant.» Bei der Einmündung der Dorfstrasse in Kirchleerau besteht zurzeit kein Handlungsbedarf, hier verfügt der Fussgängerstreifen bereits über eine Mittelinsel, der Radweg ist rot markiert.

Weitere Verkehrsberuhigungen wie Schwellen oder sogar Tempo 30 sind auf der Hauptstrasse kaum durchsetzbar, wie auch das Beispiel der Gemeinde Suhr zeigt. «Der Verkehr auf der Kantonsstrasse muss laufen», meinte der Moosleerber Gemeinderat Tobias Stauber dazu. «Projekte zur Entschleunigung haben keine Chance.»

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