Kölliken

Teilsieg für Pro Natura, WWF & Co: Sondermülldeponie reicht neues abgespecktes Baugesuch ein

Wegen des Widerstandes der Umweltorganisationen hat die Sondermülldeponie Kölliken (SMDK) ein zweites Baubewilligungsverfahren gestartet.

Die Ausgangslage: Die Sondermülldeponie Kölliken (SMDK) möchte ab August weiteres sauberes Material in der Deponie ablagern, die in den letzten Jahren vom Gift befreit worden ist. Bisher sind rund 400 000 Tonnen Ausbruchsmaterial aus dem Eppenbergtunnel (SBB-Strecke Aarau-Olten) hingeschüttet worden – aber das genügt bei weitem noch nicht.

Im letzten Oktober reichten die SMDK-Besitzer ein Baugesuch für die «Endgestaltung des SMDK-Areals» ein. Dies im Wissen darum, dass auf dem Zonenplan das Areal der ehemaligen Deponie wie ein weisser Fleck ist – also noch definiert werden muss.

Abgespecktes Baugesuch

Die Frage, was auf der ehemaligen Deponie dereinst wachsen soll, ist umstrittener, als die Grundstückbesitzer erwartet hatten: Der Kanton möchte Fruchtfolgeflächen schaffen, die Umweltorganisationen ein schweizweit einzigartiges Naherholungs- und Amphibienschutzgebiet. Entgegen der Erwartungen haben Pro Natura, WWF und Birdlife ihre Forderungen nicht erst im noch bevorstehenden Raumplanungs-, sondern schon im Baubewilligungsverfahren («Endgestaltung») eingebracht.

Weil die Fronten hier ziemlich verhärtet sind, drohte sich das Baubewilligungsverfahren massiv zu verzögern. Eine Fortsetzung der Wiederauffüllung, die wegen der Hangsicherung notwendig und wegen der Bedürfnisse der Anwohner wünschbar ist, drohte sich zu verzögern.

Um die Blockade zu verhindern hat die SMDK nun ein zweites Baugesuch eingereicht, das seit gestern offiziell aufliegt. Es handelt sich dabei um eine Light-Version des ersten Gesuchs. Neu geht es nicht mehr um die «Endgestaltung des SMDK-Areals» sondern um die «Hangsicherung ehemalige Sondermülldeponie». Den Bedenken der Umweltorganisationen kommt das abgespeckte Baugesuch insofern entgegen, als es punkto «Endgestaltung» nichts mehr präjudiziert.

Die Oberflächengestaltung wird ausgeklammert und auf später (Raumplanungsverfahren) vertagt. So sollte es möglich sein, eine Bewilligung zu bekommen, die die Fortsetzung der Wiederauffüllung im Spätsommer ermöglicht.

Vorerst keine Rodung

Im neuen Baugesuch wird auf die Rekultivierungsschicht von etwa zwei Metern verzichtet. Es wird zudem im Osten des Areals vorerst keine Rodung des Gehölzes geben. Die dortigen Biotope bleiben ohnehin bestehen – eine Verlegung, wie sie die Gemeinde ursprünglich nicht ausgeschlossen hatte, ist vom Tisch.

Neben dem neuen Baubewilligung- wird das Zonenplanverfahren unter Federführung der Gemeinde weiter getrieben. Es wird erwartet, dass nach der Vorprüfung durch den Kanton die Mitwirkung sicher dieses Jahr stattfinden kann. Dabei werden sich alle äussern können. Auch zur Frage: Landwirtschaftoder Naturschutzgebiet.

Meilenstein beim Rückbau der Sondermülldeponie Kölliken

Meilenstein beim Rückbau der Sondermülldeponie Kölliken (4. Juli 2018)

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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