Schöftland
Tanzschritt um Tanzschritt bis zur grossen Ballnacht in zwei Wochen

Ein Höhepunkt der Schöftler Woche im November ist die Ballnight – dafür wird bereits fleissig geübt. Sieben Tanz-Paare wagen sich aufs Parkett und üben die Grundschritte des Walzers und des Discofox.

Christine Fürst
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Jeannette Pierotto (rechts) zeigt den Teilnehmern die Tanzschritte.

Jeannette Pierotto (rechts) zeigt den Teilnehmern die Tanzschritte.

Tim Honegger

Noch sind die Augen starr auf den Boden gerichtet. Ist der Fuss am richtigen Ort? Das Gewicht verlagert? Stimmt der Rhythmus? Fragen, die so manchem Teilnehmer des Tanzkurses in Schöftland durch den Kopf gehen. Der Kurs ist eine Vorbereitung auf die Ballnight, die Pro Schöftland im Rahmen der Schöftler Woche anbietet.

Das Programm der Schöftler Woche vom 1.–10. November

1. November: Vernissage Kunst im Schloss (19.30 Uhr, Schloss);
2. November:
Ballnight (18.30 Uhr, Alte Turnhalle);
3. November: Matinée - «Annas Afrika - eine Reise zu Albert Schweitzer» (11 Uhr, Alte Turnhalle);
4. November: Lesung mit Katharina Zimmermann (20 Uhr, Alte Turnhalle); 5. November: Treffpunkt Film «Sunrise» (20 Uhr, Alte Turnhalle);
6. November: Kindertheater «Der Murr» (13.30 Uhr und 16 Uhr, reformiertes Kirchgemeindehaus); 6. November: Zu Gast bei Tinu Heiniger ... Franz Hohler (20 Uhr, Alte Turnhalle);
7. November: «Danza: Orgel meets Wine» Barocke Orgeltänze, Tangos und ein Hauch von Jazz (19.30 Uhr, reformierte Kirche);
8. November: Kammerorchester-Konzert (20 Uhr, Aula Bezirksschule);
9. November: Finale Rock4Schöftle mit der Hardstreet Band und DJ Venturini (19 Uhr, Alte Turnhalle);
10. November: Finissage von «Kunst im Schlosspark» und «Kunst im Schloss» (15 Uhr, Schloss);
von 4. bis 9. November Kerzenziehen (Mo, Di und Fr 15-17.30 Uhr, Mi 14-17.30 Uhr, Do 15-21 Uhr, Sa 10-15 Uhr, Zivilschutzanlage Birkenweg). (cfü)

Weil die Schöftler Woche ihren 40. Geburtstag feiert, hat der Verein einen Ball organisiert. Die Tanznacht bietet ein Dreigangmenü, Shows und Publikumstänze. Dafür muss natürlich auch geübt werden.

Am ersten Tanzkurs-Abend finden sich sieben Pärchen ein. Gewillt, Walzer und Discofox zu lernen. Gewillt, das Beste zu geben. Tanzlehrerin Jeannette Pierotto schnürt ihre Tanzschuhe, stellt die Musikanlage ein, begrüsst die Teilnehmer. «Wir beginnen gleich mit dem Walzer», sagt sie und blickt in Gesichter mit grossen Augen und gerunzelter Stirne.

«Rechter Fuss nach vorne, linker Fuss auf die Seite, zusammenkommen und dasselbe zurück. Das ist der ganze Grundschritt», sagt sie. Ganz so einfach läuft es dann doch nicht. Als sich die Pärchen formieren, sind die einen oder anderen Stolperer zu beobachten. Pierotto geht von Paar zu Paar, kontrolliert die Fortschritte, gibt Tipps. Konzentriert und mit gesenktem Blick tanzen die Paare durch den Theorieraum im Schöftler Mehrzweckgebäude.

Der Herr führt die Dame

«Ich habe die Damen an den Herren herumreissen sehen, das geht beim Tanzen nicht», sagt die Tanzlehrerin. «Beim Tanzen ist der Herr der Chef.» Er bestimme, wann gestartet und wann gedreht wird. Den Grundsatz gelte es auch beim Discofox zu beachten. Dieser Tanz scheint den Teilnehmern offensichtlich mehr zuzusagen. So sagt ein Tänzer: «Der gefällt mir besser als das englische Zeug.» Schon bald werden die Frauen von ihren Männern in eine Drehung geschickt und wieder zurückgezogen.

Jeannette Pierotto ist zufrieden mit ihrer Tanzgruppe: «Es sind sehr fleissige Schüler.» Grosse Schwierigkeiten hätte niemand gehabt. Aber: «Tanzen ist nicht einfach.» Sie muss es wissen: Seit 16 Jahren unterrichtet sie Erwachsenen und Kindern verschiedene Tänze in Aarau und in Schöftland. Das sei ihre grosse Leidenschaft, da spricht sie auch nicht gerne von einer Geduldsprobe: «Das Unterrichten braucht keine Geduld, die ich nicht hätte.»

Noch sind die Blicke der Tänzerinnen und Tänzer mehrheitlich auf den Boden gerichtet. Doch bis zur Ballnacht werden sie die Tanzschritte bestimmt beherrschen und den Kopf nach oben richten können.