Hirschthal, das Dorf im Suhrental mit gut 1600 Einwohnern, hat eine überdurchschnittliche Steuerkraft und bezahlt nächstes Jahr 116 0 Franken in den kantonalen Finanzausgleichsfonds. Bei einem Gesamtumsatz von gut 8 Millionen Franken sieht das Budget 2017 einen Gewinn von 27 000 Franken vor. Dies bei einem Steuerfuss von 105 Prozent. Dem Antrag eines Einwohners, den Steuerfuss auf 100 Prozent zu senken, folgten an der Gemeindeversammlung am Freitag bloss 6 der 107 (von total 1144) anwesenden Stimmberechtigten.

Der Gemeinderat setzt auf einen stabilen Steuerfuss. Einem Vermögen von 4 Millionen stünden Schulden von 4,5 Millionen gegenüber, so Gemeinderat Markus Goldenberger, die mittelfristig zu begleichen seien: «Wir müssen Ertragsüberschüsse generieren, um die Schulden zu reduzieren.» Vize-Ammann Sonja Morgenthaler verwies auf die demografische Entwicklung und steigende Pflegekosten. Eine Steuersenkung sei nicht opportun.

Der Bach braucht mehr Platz

Die Versammlung hatte über zwei Kreditbegehren zu befinden. Ohne Gegenstimme genehmigte sie einen Kredit von 1,48 Millionen Franken für den Hochwasserschutz Talbach (az vom 18. 11.). Diverse Hochwasser – das letzte am 1. Mai 2015 – machen Anpassungen vorab an den Durchlässen (Strassen, WSB) nötig. Der Bach braucht mehr Platz, um 5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde schlucken zu können. Das bedeutet nicht nur eine Senkung der Sohle, sondern auch eine Verbreiterung des Baches samt Böschung.

Neben den Baukosten schlagen deshalb die Landerwerbskosten zu Buche. Das aber ist, weil die Gewässer dem Kanton gehören, Kantonssache. Und Verhandlungssache. An den Brutto-Kosten beteiligen sich der Bund (518 000 Franken), der Kanton (433 000 Franken) und die Gemeinde (529 000 Franken). Da neben Privaten auch die Gemeinde Land am Bach besitzt, rechnet der Gemeinderat mit einer Netto-Belastung von 200 000 bis 300 000 Franken. Dem Kostenvoranschlag liegt ein Quadratmeterpreis von 350 Franken zugrunde. Der Baubeginn ist für 2019 vorgesehen.

Sanieren, nicht ausbauen

Die Versammlung sagte Ja zu 980 000 Franken für die Sanierung Zelgli und Zelglistrasse. Die Diskussion drehte sich vor allem um die Zugänglichkeit zu den 40 Liegenschaften während der Bauzeit und eine klare Signalisierung. Ein Votant monierte, die Strasse bleibe auch mit der Sanierung ein «Krüppelsträsschen». Stadlers Replik: «Wir sanieren; wir bauen nicht aus.» Mit der Strasse – Baubeginn Frühjahr 2017 – werden auch Wasserversorgung und Kanalisation erneuert.

Unbestritten war die Einbürgerung einer jungen aus dem Kosovo gebürtigen Frau mit ihren drei kleinen Töchtern. Peter Stadler orientierte über Bestrebungen, die Industriezone der Gemeinde zu vergrössern, aber auch über die Asylsituation. Zurzeit weilen zwei Familien aus Syrien (10 Personen) in Hirschthal, mehr als das Soll von 8 Personen.

Stadler kündigte auch den Rücktritt von Vizeammann Sonja Morgenthaler auf Ende der Amtszeit an. (wpo)