Schöftland
Take-away und Asylunterkunft sollen neuem Schulzentrum weichen

Der Chäsereibetrieb in Schöftland ist längst eingestellt. Im Erdgeschoss ist ein Take-away und im oberen Stock leben zwölf Asylbewerberinnen. Das Gebäude soll jedoch abgebrochen werden, weil die Gemeinde auf dem Areal ein Schulzentrum bauen möchte.

Barbara Vogt
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Standort des neuen Schulzentrums soll dort sein, wo heute noch die alte Käserei an der Hauptstrasse steht.

Standort des neuen Schulzentrums soll dort sein, wo heute noch die alte Käserei an der Hauptstrasse steht.

EMANUEL PER FREUDIGER

Die Schule Schöftland hat zu wenig Platz. Es fehlt an Aufenthaltsräumen für Schüler, einem Mittagstisch, einer gut ausgebauten Mediothek. Schulgänge dienen als Gruppenräume, Lehrer treffen sich verstreut in den Schulhäusern, und richtige Sitzungszimmer gibts auch nicht. «Durch den Zuzug der Real- und Sekundarschule verschärfte sich die räumliche Lage massiv», heisst es in der Vorlage an die Gemeindeversammlung. Diese stimmt am 24. November darüber ab, ob dieser Platz erweitert werden soll, indem sie einen Projektierungskredit von 200 000 Franken für den Bau eines neuen Schulzentrums gutheisst.

Darin sollen alle Räume zusammengeführt werden, die mit dem Schulunterricht nichts zu tun haben: Büros für Schulverwaltung und -Leitung, Schulsekretariat, Sitzungs- und Besprechungsräume, Logopädieraum, Lehrerzimmer, Lehrerarbeitszimmer mit Mediothek, Mittagstisch mit Küche, Aufenthaltsraum für Schüler. Das soll zu einer Zentralisierung des gesamten Schulbetriebs führen, sagt Gemeinderat Daniel Wehrli. «Die Schulen rücken näher zusammen, dadurch optimieren sich die Abläufe.»

Gmeinds-Traktanden

Bez: Neue Heizung

Die Gmeind befasst sich am 24. November mit der Sanierung und Erweiterung der Kanalisation im Gebiet Ruederstrasse-Wallenhofring für 864 000 Franken. Im Bezirksschulhaus soll für 280 000 Franken die bestehende Ölheizung durch eine Gasheizung ersetzt werden. Das neue Wasserreglement liegt vor, wie auch ein Einbürgerungsgesuch . Das Budget 2015 basiert auf einem unveränderten Steuerfuss von 100 Prozent. (bA)

Die frei werdenden Lehrerzimmer und Büros in den Schulhäusern werden nach Bezug des neuen Schulzentrums für den Schulunterricht, insbesondere für zeitgerechte Gruppenräume zur Verfügung gestellt.

Hier stand die ehemalige Käserei

Für den Neubau gibts bereits einen Platz: die ehemalige Käserei an der Hauptstrasse. Sie liegt neben dem Bezirksschulhaus und wurde 2011 von der Gemeinde Schöftland für 700 000 Franken gekauft. Zur Liegenschaft gehören 14 Aren Land. Heissen die Stimmbürger den Projektierungskredit gut und wird der Neubau realisiert, wird die Chäsi abgebrochen und an dieser Stelle sowie auf dem Land ein dreistöckiges Schulzentrum errichtet. Ein Umbau und eine Sanierung der Chäsi macht Wehrli zufolge wenig Sinn. Finanziell stehe dies in keinem Kostenverhältnis.

Wenn die Chäsi abgebrochen wird, müssen die Mieter ausziehen. Im Erdgeschoss befindet sich momentan ein Take-away, die ehemalige Chäsi-Wohnung im Obergeschoss hat die Gemeinde an den Kantonalen Sozialdienst vermietet. Zwölf Asylbewerberinnen leben in der Wohnung.

Mütter-und Väterberatung: Wechsel zu Region Aarau plus

Seit 1983 erfolgt die Mütter- und Väterberatung in Schöftland über den Regionalverband «zofingenregio.» Dies soll sich ändern, denn die Gemeinde möchte sich ab 2017 der Mütter- und Väterberatung Region Aarau Plus anschliessen. Der Wechsel erfolgt nicht aus Kostengründen, betont die Gemeinde: Der jährliche Aufwand beim Verein Region Aarau Plus liegt mit einigen tausend Franken moderat günstiger als bei der jetzigen Beratungsstelle, nämlich bei rund 26 000 Franken. Auch unterscheide sich das Angebot von Region Aarau Plus kaum vom Regionalverband «zofingenregio.» Mit der Wahl von Region Aarau Plus bevorzugt die Gemeinde eine geographisch nähere Lösung. Mehrere andere Gemeinden aus dem Suhren- und Ruedertal hätten sich bereits diesem Verein angeschlossen. «Da wollen wir keine Insel sein», so die Gemeinde Schöftland. (bA)

Für das neue Schulzentrum rechnet die Gemeinde gut fünf Millionen Franken. «Wir wollen kein Kunstobjekt, aber einen nachhaltigen Bau, der ins Ortsbild passt», sagt Daniel Wehrli. Erhält die Gemeinde grünes Licht für die Projektierung eines Neubaus, wird sich eine Planungskommission mit dem weiteren Bauverfahren auseinandersetzen.

Auf alle Fälle werde man das Projekt öffentlich ausschreiben und nicht – wie es beispielsweise die Gemeinden Rothrist und Reinach bei ihren Schulhausneubauten gemacht haben – das ganze einem Generalunternehmen übergeben (az vom 7.11.).

Das neue Schulzentrum sollte unterkellert werden. Andere Gemeinde, die Schulhäuer ohne Keller aufgestellt haben, bereuten dies heute, sagt der Gemeinderat. «Im Keller können die technischen die Installation untergebracht werden. Auch die Bibliothek wäre froh, da einen Lagerraum für ihre Bücher zur Verfügung zu haben.» Vorstellbar ist, das Schulzentrum optisch mit dem Bezirksschulhaus und der Bibliothek – beide Gebäude liegen neben dem geplanten Schulzentrum – zu verbinden. Ziel ist es, das neue Schulzentrum 2018 zu beziehen.

2011 erarbeitete die Gemeinde Schöftland ein Schulraumkonzept. Die erste Phase davon ist bereits abgeschlossen: Das Alte Schulhaus wurde inzwischen renoviert und das Dachgeschoss ausgebaut. Das Sekundar- und Bezirksschulhaus erhielt mehrere neue Gruppenräume, die dringend benötigt wurden.

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