Schöftland

SVP- und FDP-Politiker stellen sich gegen offene Jugendarbeit

In diesem ehemaligen Ladenlokal soll die offene Jugendarbeit entstehen. Auf dem Bild: Elsbeth Kaufmann (Gemeinderätin), Arsène Perroud (Soziokultureller Animator) und Danilo Perrotta (Arbeitsgruppe offene Jugendarbeit Schöftland), es fehlt: Präsident der Arbeitsgruppe Thomas Etter

In diesem ehemaligen Ladenlokal soll die offene Jugendarbeit entstehen. Auf dem Bild: Elsbeth Kaufmann (Gemeinderätin), Arsène Perroud (Soziokultureller Animator) und Danilo Perrotta (Arbeitsgruppe offene Jugendarbeit Schöftland), es fehlt: Präsident der Arbeitsgruppe Thomas Etter

Nur bei einem Traktandum wurde an der Gmeind diskutiert. Das von Gemeinderätin Elsbeth Kaufmann vorgelegte Konzept der offenen Jugendarbeit erregte die Gemüter von jung bis alt.

Ohne Wimpernzucken seien an der Gmeind fast 1,4 Millionen Franken für die Übernahme und den Ausbau des Wasserkraftwerkes «Obere Mühle» genehmigt worden. Doch nun diskutiere man im Vergleich dazu über ein paar Franken, sagte ein Schöftler an der Gmeind. Konkret geht es um einen Kredit von 343'500 Franken, der für eine dreijährige Pilotphase offene Jugendarbeit benötigt wird. Ein anderer Schöftler sagte, man müsse dieses Geld nicht als Kosten, sondern als Investition sehen.

Standort wurde infrage gestellt

Der Standort im leerstehenden Ladenlokal an der Picardiestrasse 2 wurde mehrmals als neuralgische Stelle direkt an der Strasse erwähnt. Es sei zu gefährlich, wenn dort Jugendliche herumziehen würden, sagte ein Einwohner. «Die Jugendlichen haben die Kompetenzen, um mit diesen Gefahren umzugehen», antwortete Arsène Perroud, Fachberater offene Jugendarbeit. Die zuständige Gemeinderätin Elsbeth Kaufmann sagte, man könne auch den Hintereingang benutzen – und auch die Schulhäuser seien direkt an der Strasse.

Andreas Rüdlinger, Vizepräsident der Schöftler SVP, meinte dazu: «Ich könnte es nicht verantworten.» Zudem gebe es in der Gemeinde genug Vereine. René Kühni, FDP-Präsident ad interim, ergänzte, seine Partei würde den Antrag ablehnen und er frage sich, ob dieses Projekt überhaupt ein Bedürfnis sei, die Jugendlichen würden sowieso am Abend nach Aarau oder Zürich gehen. Kaufmann antworte: «Wollen wir das denn?»

Eine Bedarfsanalyse habe gezeigt, dass ein Jugendtreff ein Bedürfnis sei. Diese Aussage bestätigten auch junge Erwachsene: Eine junge Vertreterin der Leute am Bahnhof, wie sie sich selbst nannte, sagte, dass es einen Raum brauche. Ivo Frei von der Pfadi ergänzte: «Wir von der Pfadi sind nicht die Ansprechpersonen, wenn jemand Probleme hat», deshalb brauche es eine offene Jugendarbeit.

Lokal hat nur eine Toilette

Von einer Gegnerin wurde ins Feld geführt, dass es im neuen Lokal nur eine Toilette gäbe und im Budget nirgends eine Sanierung ersichtlich sei. Diese Toilette erregte die Gemüter während der 80-minütigen Diskussion, bis ein junger Schöftler anbot, sie gratis einzubauen, sollte diese Toilette das grösste Problem sein.

Die Präsidentin des Gemeinnützigen Frauenvereins, Dorothee Doswald, sicherte Unterstützung zu, auch von der Brocki könne man Material zur Verfügung stellen. Daniel Gloor von der Chrischona Gemeinde setzte sich ebenfalls für das Projekt ein: «Wenn man nichts wagt, sieht man nicht, ob es etwas bewirkt.»

Schliesslich wurde dem Antrag mit 134 zu 74 zugestimmt. Elsbeth Kaufmann bedankte sich für die Unterstützung für ihr letztes Traktandum. Sie wurde zusammen mit Gemeinderat Beat Dobmann und Gemeindeammann Hans Müller verabschiedet.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1