Schlossrued
Süsser Most und Käse zum Öpfeltag

Der traditionelle Herbstmarkt des Mühlevereins lockte erneut viele Besucher an. Erstmals konnten die Besucher des Schlossrueder Öpfeltages mitverfolgen, wie Käse über dem offenen Feuer hergestellt wird.

Sibylle Haltiner
Drucken
Teilen

Der Kessel, der an einem stabilen Holzgerüst hing, fasste 360 Liter Milch. Diese erhitzte Markus Mächler über einem Feuer, zog ab und zu einen riesigen Schwingbesen durch und kontrollierte regelmässig die Temperatur. 30 Kilogramm Käse wollte er daraus machen, insgesamt drei Stunden brauchte er dazu.

Erstmals konnten die Besucher des Schlossrueder Öpfeltages mitverfolgen, wie Käse über dem offenen Feuer hergestellt wird. Hatte die Milch die richtige Temperatur erreicht, schnitt Markus Mächler die eingedickte Masse in Stücke und rührte, bis die richtige Konsistenz erreicht war. Danach füllte er sie in Käsereifen, die auch Holzjärb genannt werden. Darin erhält der Käse seine Form. Bei seinen Arbeiten wurde der Käser von den Marktbesuchern interessiert beobachtet.

Süsser Saft aus süssen Äpfeln

Hauptakteur des Öpfeltages waren aber selbstverständlich die Äpfel. In den verschiedensten Farben und Sorten wurden sie angeboten: Golden, Arlet, Diva und Jonagold, aber auch Sauergrauech und Boskop. Mit seiner Mostpresse war der Birrwiler Hans Nussbaum vor Ort. Rund 20 Harassen Äpfel hatte er mitgebracht und presste daraus süssen Saft. «Wir haben lediglich ein mittelmässiges Apfeljahr hinter uns», erklärte Nussbaum. «Zum Glück wurde die Ernte nicht zusätzlich von einem grösseren Hagelschlag geschmälert.»

In einem grossen Bottich wurden die Äpfel zuerst gewaschen, danach in einem Schnetzler gehackt, in Tücher eingeschlagen und gepresst. Neugierig beobachteten vor allem die Kinder, wie der Saft aus der Presse herausrann und in einem Fass aufgefangen wurde.

Brot mit Bier als Zutat

Veranstalter des Öpfeltages ist der Verein Schlossmühle Rued. So durfte selbstverständlich die Mühle besichtigt werden, und der Mühleverein verkaufte neben dem bekannten Dinkelmehl auch eine Mehlmischung, die mit Bier angemacht wird. Beim Backen entsteht daraus ein unkonventionelles Treberbrot.

Wolle von den Alpakas

Die vielen Besucher genossen den sonnigen Tag zwischen den Marktständen und stöberten gerne im vielfältigen Angebot von Gemüse und Obst, Eingemachtem, Säften, Würsten oder selbst gefertigten Karten.

Viel Aufmerksamkeit erhielt auch Gabriela Briner aus Schlossrued, die Wolle und Strickwaren aus der Schur ihrer Alpaka-Herde anbot: Auf den Wollesträngen hatte sie sogar die Namen der Tiere notiert, von denen die jeweilige Wolle stammte.