Suhrental/Zofingen
Suhrentaler Gemeinden wenden sich vom Zofinger Regionalverband ab

Diverse Suhrentaler Gemeinden wollen aus dem kriselnden Regionalverband «Zofingenregio» austreten. Stattdessen wird eine Zusammenarbeit mit dem Regionalen Sozialdienst Kölliken sowie der Mütter- und Väterberatungsstelle des Bezirks Aarau angestrebt.

Pascal Meier
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Die Suhrentaler Gemeinden organisieren die sozialen Dienstleistungen neu.

Die Suhrentaler Gemeinden organisieren die sozialen Dienstleistungen neu.

Archiv/Oliver Menge

Weitere Austritte

Aus «Zofingenregio» treten nicht nur jene Gemeinden aus, die Alternativen für den Sozialdienst suchen müssen. Auch Mitglieder, welche u.a. die Mütter- und Väterberatung vom Verband beziehen, springen ab. So befindet Schlossrued an der Wintergmeind über den Austritt. «Wir wollen zur Mütter- und Väterberatung des Bezirks Aarau in Hirschthal wechseln», sagt Ammann Martin Goldenberger - und lässt durchblicken, dass die Suhrentaler Gemeinden und «Zofingenregio» das Heu nicht mehr auf der gleichen Bühne haben. «Die Landgemeinden wurden in Zofingen leider etwas vernachlässigt.»

Ebenfalls austreten will Schmiedrued-Walde. «Es gibt zu grosse Untersicherheiten», erklärt Gemeindeschreiber Jonas Weber. Bereits beschlossen ist der Austritt von Holziken, das den Tagesfamilien-Dienst bezieht. Keinen Handlungsbedarf gibt es in Schöftland: «Wir sind zufrieden mit der Zofinger Mütter- und Väterberatung, warten aber weiteren Entwicklungen ab», so Gemeindeschreiber Rudolf Maurer. Abwarten wollen auch Attelwil und Reitnau. Im Uerkental ist ein Austritt kein Thema. Bottenwil, Uerkheim und Wiliberg werden die Mütter- und Väterberatung weiterhin von «Zofingenregio» beziehen. Ebenfalls an Bord bleibt Kölliken. (PI)

Heute beziehen diese Gemeinden soziale Dienstleistungen von «Zofingenregio». Der Regionalverband bieten seinen 27 Mitgliedgemeinden diverse Dienstleistungen in den Bereichen Soziales, Marketing und Planung – und steht am Abgrund: In den vergangenen Jahren sind Gemeinden in Scharen abgesprungen und weitere Kündigungen stehen an.

Ein schwerer Schlag war vor allem der Austritt der Kerngemeinden Zofingen, Oftringen, Rothrist und Aarburg aus dem Vormundschaftsdienst. Dieser wird deshalb voraussichtlich Ende 2014 zusammen mit dem Sozialdienst eingestellt. Zu schwer würden die Kosten auf den Schultern der restlichen Mitglieder wiegen.

Leise Kritik in Richtung Zofingen

Damit muss in den Verbandsgemeinden schnell eine neue Lösung her für den Sozialdienst. Im Suhrental zeichnet sich mehrheitlich eine Zusammenarbeit mit dem Regionalen Sozialdienst Kölliken ab. So etwa in Kirchleerau, wo an der Gemeindeversammlung vom 22. November der Austritt bei «Zofingenregio» traktandiert ist. «Mit dem Regionalen Sozialdienst Kölliken kann eine gute mögliche Zusammenarbeit gestartet werden», schreibt der Gemeinderat.

Mit Kölliken verhandeln auch Moosleerau und Staffelbach. Moosleerau stimmt deshalb an der Gemeindeversammlung ebenfalls über den Verbandsaustritt ab. «Weil immer mehr Gemeinden abspringen, steigen die Kosten für die Mitglieder», sagt Gemeindeschreiber Werner Jäggi. Zudem würden die Suhrentaler Gemeinden von Zofingen oft etwas stiefmütterlich behandelt. In Staffelbach sind die Abklärungen noch nicht abgeschlossen.

Auch Attelwil sucht eine neue Lösung, wartet aber noch ab. «Wir kündigen nicht, bevor wir eine geeignete Alternative haben», sagt Gemeindeschreiber Hans Günter Seibert. Ebenfalls abwarten will Reitnau.

Weitere Gemeinden treten aus

Alles beim Alten bleibt beim Sozialdienst in jenen Suhrentaler Gemeinden, die diesen nicht von «Zofingenregio» beziehen: Bottenwil, Uerkheim, Muhen und Hirschthal sind bereits dem Sozialdienst Kölliken angeschlossen, Schmiedrued und Schlossrued jenem des Bezirks Kulm in Zetzwil. Holziken und Schöftland sind eigenständig.

Dennoch werden einige dieser Gemeinden ebenfalls aus dem Verband Zofingenregio austreten, von dem sie unter anderem die Väter- und Mütterberatung beziehen. Hier zeichnet sich eine Zusammenarbeit mit der Mütter- und Väterberatung des Bezirks Aarau ab (siehe Text oben rechts).