Staffelbach
Süffige Melodien und derbe Dialoge in Staffelbach

Schmissige Melodien, wackere Solisten und ein derber Schwank: Das waren die Ingredienzien des Jahreskonzerts der Musikgesellschaft Staffelbach. Felix Müller debütierte erfolgreich als Dirigent und eine Theatergruppe sorgte zu Ends für viele Lacher.

Peter Weingartner
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Flinke Finger beim Xylofon-Solo «The Two Imps». wpo

Flinke Finger beim Xylofon-Solo «The Two Imps». wpo

Schmissige Melodien, wackere Solisten und ein derber Schwank: Das waren die Ingredienzien des Jahreskonzerts der Musikgesellschaft Staffelbach. Und Felix Müller feierte seine gelungene Premiere als Dirigent.

Einzug der Gladiatoren: Zur Musik aus der Konserve marschierten die Musikanten, angeführt vom Fähnrich, durch den vollen Saal auf die Bühne. Und da wähnte man sich mit der Olympia-Fanfare 1988 alsbald in Seoul. Die Staffelbacher hatten ein bekömmliches Programm zusammengestellt, getreu dem Motto des Konzerts: «Musik aus Leidenschaft – Musik fürs Herz».

50 Jahre Musikant

Im ersten Programmteil liess «The Second Waltz», ein romantischer Ohrwurm, zurücklehnen und schmelzen, derweil Mario Bär in der Tuba-Polka auf seinem B-Bass loslegte, dass man beim Zuhören ebenfalls beinahe in Atemnot geriet. Nichtsdestotrotz: Zugabe muss sein. Vereinspräsident Bernhard Hunziker ehrte Heinz Graber für 50-jähriges Musizieren, und während 17 Jahren war er auch noch Kassier. Dafür gabs Wein und einen lieblichen Marsch mit furiosem Finale. Die vier Jungbläser, angeleitet von Fritz Müller, gaben vor der Pause eine Kostprobe ihres Könnens.

Musizieren macht nicht nur durstig, sondern auch schwitzen. Ohne Kittel nahm die Musikgesellschaft den zweiten Konzertteil in Angriff. Und da folgten sich die Highlights Schlag auf Schlag; es wurde soliert, dass das Publikum seine helle Freude hatte und begeistert applaudierte. In der «Brass Parade» konnten sich die Cornet- und die Posaunen-Register in Szene setzen; Michael Müller ging mit seiner Posaune «Über sieben Brücken». Corinne Bertschi und Nelly Zimmermann ihrerseits bewiesen flinke Finger am Xylofon im Stück «The Two Imps».

Ohne Zugabe tritt in Staffelbach kein Solist ins Glied zurück. Nach dem Schlussstück, einem Samba, der in die Körper fuhr, verlangte das Publikum am Freitag vom Korps noch ganze drei Zugaben. Beim letzten Marsch klatschte es schon bei den ersten Takten mit: Musik fürs Herz – Musik für die Hände.

Drache gegen Pantoffelheld

Zum Dessert servierte die Theatergruppe Klamauk auf der Bühne. Im Schwank «Keiner wie Rainer» feierte der Geschlechterkampf mit den altbekannten Klischees Urständ: Hausdrache gegen Pantoffelheld.

Das grossartige Spiel der Theaterleute, die sich im komischen Fach offensichtlich zu Hause fühlen, und die derbe Sprache in der Situationskomik entlockten dem Publikum zuhauf Lacher aus voller Kehle.