Reinach
Suchtfaktor Internet: Wenn sich Eltern online machtlos fühlen

Jugendliche verbringen den grössten Teil ihrer Freizeit online. Doch, wie viel Internet ist noch gesund? Suchtprävention Aargau informierte über die Gefahren der digitalen Medien für Jugendliche.

Isabelle Schwab
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Ein Vater schaut der Schülerin beim Bedienen des Smartphones zu.ISS

Ein Vater schaut der Schülerin beim Bedienen des Smartphones zu.ISS

Isabelle Schwab

Facebook, Instagram, Youtube, Tango, Viber, Skype und Whatsapp. Längst sind die Onlineplattformen und Chatportale ein Teil des Alltags. Gerade Jugendliche verbringen den grössten Teil ihrer Freizeit online. Doch, wie viel Internet ist noch gesund? Und wie kann man als Eltern seinen Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien beibringen? Fragen, mit der sich auch die Suchtprävention Aargau beschäftigt.

Mitte Woche veranstalteten sie zum Thema «Herausforderung digitale Medien» eine Informationsveranstaltung für Eltern. Hitzige Diskussionen zeigten: Die Eltern wissen oft nicht, wie sie den Medienkonsum ihrer Kinder kontrollieren können.

Grenzen als Sicherheit

Ununterbrochen werden neue Internetplattformen aufgeschaltet, Spiele entwickelt und Apps herausgegeben. Eltern verlieren da schnell einmal denn Überblick über all die Angebote. Viele Jugendliche kennen sich auch in den technischen Belangen besser aus als ihre Eltern. «Ich hatte eine Kindersicherung eingerichtet», erzählt ein Vater an diesem Abend, «aber irgendwann war Tag X da, mein Sohn war Administrator und die Kindersicherung deinstalliert.»

Wie ihm geht es vielen Eltern. Es ist schwer, den Medienkonsum der Kinder zu begrenzen. Wasserfallen rät, zusammen mit den Kindern ein Wochenkontingent abzumachen und damit die Zeit an Computer und Fernseher klar zu beschränken. «Kinder wollen Grenzen, denn sie bieten ihnen Sicherheit.»

Verbote bringen nichts

Die Schüler der zweiten Realklasse Reinach beantworteten während einer Stunde Fragen zu den drei wichtigsten Internetportalen, präsentierten die Funktionen ihres Smartphones und führten das Videogame «Call of Duty: Black Ops 2» vor. Ein Spiel, welches eigentlich erst ab 18 Jahren freigegeben ist.

«Verbote machen Dinge nur interessanter», stellt Wasserfallen fest, «und sie hemmen die Jugendlichen, über Erlebtes zu reden». Zum Beispiel könnte es sein, dass ein Mädchen, welches in einem Chat belästigt wurde, aus Angst vor einem Verbot nicht mit den Eltern darüber redet.

«Es ist wichtig, dass die Jugendlichen wissen, dass sie mit ihren Eltern über solche Dinge reden können», sagt Wasserfallen. Man sollte den Dialog suchen und die Jugendlichen einfach auf aktuelle Themen wie zum Beispiel Cybermobbing ansprechen.

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