Kulm/Gränichen

Streitereien bodigen das Fussball-Nachwuchsprojekt

Team Wynental wird aufgelöst

Team Wynental wird aufgelöst

Im «Team Wynental» spielen die besten Junioren des FC Kulm und des FC Gränichen. Doch nach dem Knatsch zwischen den Vorständen wird das «Team Wynental» aufgelöst.

Im «Team Wynental» spielen die besten Junioren des FC Kulm und des FC Gränichen. Das Team wurde 2009 mit dem Ziel gegründet, leistungsstarke Spieler (B-, C- und D-Junioren) entsprechend ihrem Ausbildungs- und Leistungsstand spielen zu lassen. Abwechslungsweise trainierten die Junioren in Kulm und Gränichen.

Das Projekt «Team Wynental» wird nun beerdigt. Dies, nachdem die Idee der Gränicher, die Gruppierung der Vereine über alle Juniorenabteilungen auszudehnen, vom FC Kulm verworfen wurde. Die Vereinsversammlung des FC Gränichen hat Ende März beschlossen, die Zusammenarbeit mit dem FC Kulm in dieser Form nicht mehr weiterzuführen und den Vertrag nicht zu verlängern – im Gegenzug hat der FC Kulm die gesamte Zusammenarbeit mit den Gränichern gekündigt.

Misstöne von Anfang an

Die Geschichte der Talentschmiede «Team Wynental» ist – vom sportlichen Aspekt mal abgesehen – keine glückliche Geschichte: Misstöne begleiteten das Projekt von Anfang an. «Der ‹Club im Club›, wie das Team Wynental vor allem von Funktionären genannt wurde, blieb ein Fremdkörper», sagt Bernd Rosenkranz, Vizepräsident des FC Kulm. Auf beiden Seiten sei das «Team Wynental» immer wieder hinterfragt und der «aufgebauschte Apparat» kritisiert worden. Das bestätigt auch Dino Di Fronzo, Präsident des FC Gränichen: «Das ‹Team Wynental› hatte keinen Heimclub, hat weder recht zum FC Gränichen noch zum FC Kulm gehört.» Dieser «Dörfligeist» sei aber nur eine von vielen Knacknüssen gewesen. Verschiedenen Eltern war beispielsweise sauer aufgestossen, dass ihr Spross auch in Kulm, und nicht ausschliesslich im schönen neuen Stadion Zehndermatte in Gränichen, trainieren und spielen durfte.

FC Gränichen zu dominant?

Ausschlaggebend für den Beschluss der Gränicher war jedoch ihre neue Vereinsstrategie, die den Fokus auf die Juniorenarbeit legt. «Wir wollten beim ‹Team Wynental› die Federführung übernehmen und das Einzugsgebiet für die Talente nicht mehr nur auf Gränichen und Kulm beschränken», sagt Di Fronzo. Fortan sollten alle Teams nur noch in Gränichen trainieren, wo nebst der neuen Sportanlage auch die gesamte Infrastruktur für eine verstärkte Jugendarbeit zur Verfügung steht. «Diese Dominanz der Gränicher wäre für unseren kleinen Verein das Todesurteil», sagt Rosenkranz. Würde das «Team Wynental» nur noch über den FC Gränichen laufen, würde der FC Kulm keine dringend benötigten Fördergelder mehr erhalten.

Für Rosenkranz ist der Entscheid des FC Gränichen sportlich gesehen ein Eigentor. Vonseiten der Trainer des «Team Wynental» habe man volle Unterstützung gehabt, das Team zu retten. Aber der Gegenstrom aus dem Gränicher Vorstand sei einfach zu stark gewesen. «Das ‹Team Wynental› aufzulösen, war ein klarer Vorstandsentscheid, der Junior stand dabei nicht mehr im Mittelpunkt.» Hier kontert Di Fronzo: «Die Junioren stehen bei uns sehr wohl im Vordergrund.» Hier dürften die Junioren selber entscheiden, wo sie spielen möchten – egal, ob sie aus Kulm oder aus Gränichen sind. «Wir sind überzeugt, dass wir unsere ambitionierten Ziele in Gränichen erreichen werden, und freuen uns auf einen weiteren Mitgliederzuwachs aus allen Kategorien.»

Alles von vorne beginnen

Nach dem Entscheid des FC Gränichen hat der FC Kulm mit Hochdruck nach einer Lösung gesucht, um keine Abgänge verzeichnen zu müssen – und gefunden: Ab der Saison 2011/ 2012 werden Junioren, die Leistungsfussball betreiben wollen, mit dem FC Gontenschwil in der Gruppierung Aargau Süd trainieren. Rosenkranz freut sich auf die Zusammenarbeit, der FC Gontenschwil habe die Kulmer mit offenen Armen empfangen.

Trotzdem meint er etwas wehmütig: «Wir müssen mit der Arbeit mehr oder weniger wieder von Anfang an beginnen.» Die 25 Mädchen und Knaben des FC Kulm, die im «Team Wynental» trainiert haben, müssten sich jetzt in neuen Mannschaften finden. Rosenkranz ist aber überzeugt, dass die Zusammenarbeit mit dem FC Gontenschwil eine gute Lösung ist, auch für die Junioren: «Für die Kinder ist nur wichtig, dass sie Fussball spielen können.»

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