Uerkheim

Streit um Handy-Antenne – Ammann Herbert Räbmatter erhält Todesdrohung

Dieses Schreiben erhielt der  Gemeindeammann.

Dieses Schreiben erhielt der Gemeindeammann.

Ungewöhnliche Szenen an der Gemeindeversammlung in Uerkheim: Die Regionalpolizei wohnte ihre zum Schutz aller Beteiligten bei. Und trotzdem bleibt der Empfang schlecht.

Nach einer turbulenten Gemeindeversammlung bleibt der Empfang in Uerkheim schlecht.
Das geht sogar dem gestandenen Transportunternehmer und Vater von Schwinger Patrick Räbmatter an die Nieren: Der Gemeindeammann von Uerkheim, Herbert Räbmatter, fand in seinem Briefkasten einen handgeschriebenen Drohbrief: «Stop die Antenne sonst...», steht da in schwarzen Lettern. Flankiert ist die Botschaft von zwei Kreuzen.

Mit der Antenne gemeint ist die von der Swisscom geplante 5G-Anlage auf dem Dach des Schulhauses von Uerkheim. Diese war gestern Abend Traktandum an einer emotionalen Gemeindeversammlung, zu deren Eröffnung Räbmatter die Todesdrohung zur Sprache brachte. «Ich weiss, das kann eine Einzelperson oder es können mehrere sein. Aber es kann nicht sein, dass Leute derart unter aller Sau angefahren werden.» Es sei klar, dass es zu solchen Themen verschiedene Meinungen gebe, das liege in der Natur der Sache. Doch das gehe zu weit.

Gemeindeammann erhielt Todesdrohung wegen 5G-Antenne

Polizeischutz und Drohbrief: Szenen der Gemeindeversammlung in Uerkheim am Montag.

«Ich bezweifle, dass er oder die Autoren sich bewusst sind, wie viel Geschirr sie damit zerschlagen haben», fügte Gemeinderat Markus Bäni an. Auf Anraten von Gemeinderäten aus dem ganzen Kanton bot Räbmatter zum Schutz der Gemeindeversammlung die Regionalpolizei Zofingen auf, die mit zwei Polizisten die Sicherheit vom Gemeindeammann und den 168 Stimmberechtigten (Stimmbeteiligung 16,7 Prozent) gewährleistete.

Die einstündige Diskussion über die Antenne lief dann sehr geordnet und sachlich ab. Nach zahlreichen Wortmeldungen war das Verdikt klar: Wohl, weil auch viele Mobilfunk-Befürworter sich zumindest einen anderen Standort als das vorgeschlagene Schulhaus wünschen, blieb die Antenne chancenlos. Mit 99 Nein- zu 60 Ja-Stimmen wurde sie abgelehnt. Der Gemeinderat muss nun mit Swisscom das Gespräch suchen, denn für die Antenne besteht bereits eine Vereinbarung.

Steuerfussabgleich von 3 Prozent nachgeholt

Die übrigen Traktanden wurden alle genehmigt: Das Budget 2020 basiert auf einem Steuerfuss von 122 Prozent, drei Prozentpunkte tiefer als bisher. Die Steuerfusssenkung ist im Prinzip das Nachholen des Steuerfussabgleichs, den die meisten Gemeinden vor zwei Jahren vorgenommen haben, Uerkheim aber wegen des Unwetters verschoben hat.

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