Menziken
Strassenlampen brennen in Menziken die ganze Nacht: Ökologischer Unsinn?

Eine az-Leserin aus Menziken ärgert sich über die ständig brennenden Strassenlampen. Müssen diese tatsächlich die ganze Nacht brennen? Zeitweise komplett Ausschalten wäre ökologischer. Die Gemeinden entscheiden für ihre Strassen autonom.

Peter Siegrist
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Menziken hat vor dem Gemeindehaus erste LED-Lampen im Betrieb. psi

Menziken hat vor dem Gemeindehaus erste LED-Lampen im Betrieb. psi

Eine Leserin aus Menziken schreibt der az, sie finde es unnötig, wenn auf Nebenstrassen die Strassenlaternen die ganze Nacht über brennen.

Nur wegen potenzieller Einbrecher Nebenstrassen zu beleuchten, bringe nichts, «die lassen sich eh nicht von einer Laterne abschrecken.» Ein Bekannter meine gar, schreibt die Leserin, die Gemeindeversammlung habe das in Menziken so bestimmt.

Dem sei nicht so, erklärt Gemeindeschreiber Heinz Gloor auf Anfrage. «Die letzten 20 Jahre gab es kein derartiges Geschäft».

Strassenlampen traktandiert

1998 sei zwar ein Planungskredit zur Optimierung der Beleuchtung und des teilweisen Abschaltens diskutiert worden, aber die Bürger hätten die Vorlage abgelehnt.

Für die Juni-Gmeind 2014 werde die Strassenbeleuchtung traktandiert, sagt Gloor, dann stehe die Umstellung auf LED-Leuchten zur Diskussion. In der Regel sei es aber umgekehrt, erklärt Gloor, «die Bürger gelangen an uns, wenn sie den Eindruck haben, eine Strasse sei zu wenig ausgeleuchtet.»

Zuständig für die Beleuchtung in Menziken ist der Energieversorger EWS Energie AG. Daniel Sommerhalder, Leiter Elektrizität/Infrastruktur erklärt: «Wir machen, was die Gemeinden wünschen.»

So gäbe es verschiedene Lösung im Versorgungsgebiet der EWS. Gontenschwil zum Beispiel schalte nach Mitternacht aus, ausgenommen am Wochenende. Die Gemeinde Birrwil habe kürzlich einen Test durchgeführt und werte diesen gegenwärtig aus.

In Menziken gelte für die Hauptstrasse die Regelung, dass das Licht nachts reduziert werde, erklärt Sommerhalder. Die Strassenleuchten sind mit je einer weissen und einer gelben Leuchte ausgerüstet.

Zwischen 23 Uhr und 5 Uhr morgens brennt nur die gelbe. «Bei den Nebenstrassen haben wir diese Steuerung jedoch nicht eingebaut, hier brennen die Lampen die ganze Nacht durch.»

Gemeinden entscheiden auf ihren Strassen

Beim Umrüsten auf LED-Leuchten sieht Sommerhalder künftig eine Möglichkeit, präziser und sparsamer auszuleuchten. «Bei den neuen Lampen kann eine Absenkung programmiert werden.»

Matthias Lehmann, Projektleiter Verkehrsmanagement Elektrotechnik vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt BVU, sagt: «Die Gemeinden entscheiden für ihre Strassen autonom.»

Für die Kantonsstrassen gelte, dass Fussgängerstreifen und ausserorts Querungshilfen wie Inseln sowie Kreisel beleuchtet sein müssen. Die Norm der SLG (Schweizer Licht Gesellschaft) regle dabei, wie Strassen zu beleuchten seien.

Der Repol Chef aargauSüd, Dieter Holliger, sagt: «Zeitvorschriften sind mir keine bekannt.» Zur Sicherheit in Quartieren appelliert Holliger an die Eigenverantwortung. Strassenlampen schreckten Einbrecher kaum ab, da sei es klüger, das Eigenheim angemessen zu beleuchten.

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