Zetzwil

Stiftung Schürmatt: Eine neue Küche ist geplant, die auch Externe beliefern wird

Das Restaurant Apunto steht im Herzen der 19 Gebäude umfassenden Anlage in Zetzwil.

Auf der Gemeinde Zetzwil liegt das Baugesuch für das 2,5 Millionen-Projekt auf.

Die reformierte Stiftung Schürmatt betreut und unterstützt Beeinträchtigte an zehn Standorten zwischen Densbüren und Reinach . Der wichtigste Standort ist Zetzwil, wo die Stiftung Wohneinrichtungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene anbietet, eine heilpädagogische Schule betreibt und das öffentliche Restaurant Apunto besitzt.

Letzteres hat eine grosse Küche, die nicht nur Gäste verpflegt, sondern auch die Einrichtungen der Stiftung in Zetzwil und einer ganzen Reihe weiterer Gemeinden. «Diese Küche ist nun im grossen und ganzen fast 50 Jahre alt und muss komplett erneuert werden», sagt Werner Sprenger, Direktor der Stiftung Schürmatt.

Ein entsprechendes Baugesuch liegt noch bis und mit 19. November bei der Gemeinde auf. Gemeinsam mit der Erneuerung eines Teils der Gebäudetechnik in der Wäscherei und der Einrichtung eines neuen Kühlraums veranschlagt die Stiftung rund 2,5 Millionen Franken für den Umbau. Diese seltene Gelegenheit nützen Sprenger und sein Team, um die Küche komplett neu zu denken.

Neue Zubereitung, mehr geschützte Arbeitsplätze

«Bis jetzt arbeiten wir so, dass die Küche einmal kocht und das fertige Gericht warmgehalten wird, bis es aufgebraucht ist», sagt Sprenger. «Ähnlich wie damals im Militär.» Neu setzt die Stiftung auf das verbreitete Konzept «Cook and Chill» («Kochen und Kühlen»), bei dem die Speisen nach der Zubereitung schnell gekühlt und so über mehrere Tage ohne Qualitätseinbusse gelagert werden können.

Erst nach Bedarf wird die Speise wieder erhitzt. «Das sorgt für Qualität und Frische», sagt Sprenger. Und die neue Küche erlaubt es, künftig 4 bis 5 geschützte Arbeitsplätze zu bieten, einen mehr als bisher. Die aktuelle Küche produziert mit insgesamt 7,5 Stellen (inklusive Gelernte Küche und Lernende) täglich fast 450 Mittag- und Abendessen.

430 Mitarbeitende helfen rund 550 Menschen

Das neue Konzept kommt auch den geschützten Arbeitsplätzen entgegen, weil die Küche besser auf sie abgestimmt und die Arbeitseinsätze flexibler stattfinden können. «Bis jetzt hiess es auch für unsere Mitarbeitenden in den geschützten Stellen, dass bis Punkt elf Uhr alles fertig sein muss», sagt Werner Sprenger.

Mit dem neuen System sei es etwa möglich, dass auch mal an einem Nachmittag Rüebli für die nächsten Tage zubereitet werden können. Die Pläne stossen auch extern auf Anklang: Die Stiftung Schürmatt ist bereits mit einigen Einrichtungen im Gespräch, die nicht zur Stiftung gehören. Sie denken darüber nach, sich nach dem Umbau ebenfalls von der Stiftung beliefern zu lassen.

«Für uns wäre das super, weil das sogar noch weitere geschützte Arbeitsplätze schaffen könnte», sagt Sprenger. Insgesamt beschäftigt die Stiftung Schürmatt rund 430 Mitarbeitende an 13 Standorten in der Region Aargau West. Dort werden 550 Kognitiv- und mehrfachbeeinträchtigte sowie entwicklungsverzögerte Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterstützt.

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Autor

Michael Küng

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