Mit der Neuverteilung der Jagdgebiete Anfang Jahr hat sich für die Jagdgesellschaft Stierenberg einiges geändert. Nachdem sie acht Jahre lang das Schongebiet am Sonnenberg gepflegt hat, ist man in der Gesellschaft nicht gut zu sprechen auf die Neuerungen. Dabei ist der Sonnenberg seit dem 1. Januar das erste Mal seit gut 60 Jahren vom Kanton wieder als Jagdgebiet freigegeben.

Der Grund für den Frust: Gleichzeitig mit der Änderung wechselten etwa 60 Prozent der 103 Hektaren in die Zuständigkeit der Jagdgesellschaft Beinwil am See. «Nachdem wir für den Sonnenberg jahrelang so viel Aufwand betrieben haben, erhofften wir uns schon etwas mehr», sagt Kaspar Kottmann, Jagdaufseher im Jagdrevier Stierenberg.

Gehen beim Kanton für ein Jagdgebiet mehrere Bewerbungen ein, wird diejenige Jagdgesellschaft bevorzugt, die die Aufgaben besser erfüllt. Massgebend sind die bisherige Jagdausübung, die Verbundenheit mit dem Revier sowie die Altersstruktur der Pächter. Doch bei diesem Entscheid dürfte noch ein anderer Grund eine Rolle gespielt haben: «Der Kanton wollte die Neuvergabe auch dazu nutzen, um kleinere Jagdgebiete zu vergrössern», sagt Kottmann. Das Gebiet von Beinwil am See umfasste letztes Jahr nur etwa 60 Hektaren. «Früher waren solche Dimensionen nichts Ungewöhnliches», sagt Kottmann. «Doch heute gibt es deutlich weniger Wild, Hasen etwa kommen in vielen Gebieten gar nicht mehr vor.» Er hat deshalb auch Verständnis für den Entscheid. Das Gebiet von Beinwil am See ist mit neu etwa 120 Hektaren immer noch deutlich kleiner als das nun gut 280 Hektaren umfassende Gebiet der Jagdgesellschaft Stierenberg. 

Jagen wird sie auf dem ihr zugeschlagenen Gebiet am Sonnenberg (Seite Menziken) nicht. «Aktuell gibt es dort oben keine Füchse und nur drei Rehe, deshalb erübrigt sich das für den Moment ohnehin», sagt Kottmann. Gründe für die kleine Population seien die anhaltende Trockenheit des letzten Sommers und mehrere Verkehrsunfälle mit jungen Rehen vor dem Altersheim Reinach. Die Jagdgesellschaft hat dort zwar Wildwarnanlagen installiert, die Rehe von der Strasse fernhalten sollen, doch lassen sich die Tiere auf der Suche nach Nahrung davon nicht abschrecken.

Doch auch bei einer steigenden Population wird die Gesellschaft zumindest auf Treibjagden grundsätzlich verzichten. «Weil es dort oben sehr viele Spaziergänger gibt, haben wir uns dazu entschieden, das sein zu lassen», sagt Kottmann. (MIK)